auf Lassalles Zimmer. Jur angegebenen Stunde kamen
die beiden Herren und machten mir, nachdem Lassalle
sich entfernt, ihre Mitteilung. Ich wies nachdrücklich auf
die Priorität des alten Doenniges hin; allein man zeigte
mir an, daß dieser in aller Eile nach Bern entflohen
sei und die Vertretung der Familienehre seinem künftigen
Schwiegersöhne anvertraut habe. Man äußerte das
Verlangen, daß das Duell noch am selbigen Abende —
27. August — stattfinden solle. Hiergegen protestierte
ich auf das entschiedenste, hervorhebend, daß ich in so
kurzer Jeit den zweiten Sekundanten nicht zur Stelle
haben könne. Man kam zu keinem definitiven Beschluß,
und schließlich wurde verabredet, daß die Herren um
drei Uhr in meine Wohnung kommen sollten.
Nachdem die Herren sich entfernt, erstattete ich Lassalle
Bericht über die Jusammenkunft. Nochmals brachte
ich die Prioritätsfrage vor und drang auf Ablehnung
der Forderung Racowitzas. Lassalle wies aber mit
Heftigkeit jeden Aufschub zurück. Ich erwiderte, die
Sache habe keine solche Eile; Bethlen schien ebenfalls
einen Auffchub zu wünschen — doch Lassalle wollte
auf nichts hören und forderte mich peremtorisch aus,
für den nächsten Morgen alles für das Duell anzu
ordnen.
Was sollte ich tun? Lassalle war von seinem Ent
schluß nicht abzubringen. Meine Aufgabe war nun, die
nötigen Vorbereitungen möglichst günstig für Lassalle
zu treffen, falls das Duell nicht zu verhindern sei, was
ich immer noch für möglich hielt.
Zunächst eilte ich zu General Bethlen, teilte ihm alles
mit und bestellte ihn auf drei Uhr zu mir.
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