Full text : Ferdinand Lassalle

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auf  die  Behandlung  an,  die  Du  bei  ihm  findest.
Bist  Du  mit  dieser  zufrieden?  Lebt  Ihr  im  ganzen  in  /
Eintracht?...  Dann  wäre  es  Torheit,  große  Torheit,
sich  wegen  eines  solchen  Fleisches-Faktums  scheiden
lassen  zu  wollen.

Wäre  Deine  Behandlung  und  Stellung  eine  solche,
daß  Du  schon  vor  diesem  Ereignis  eine  Scheidung  lebhaft ­
  gewünscht  hättest  und  mit  gutem  Fug  gewünscht
hättest  —  ei,  dann  würde  ich  sagen,  ergreife  diese  günstige ­
  Gelegenheit.  Aber  da  man  mir  schreibt,  Ihr
wäret  vielmehr...  in  ziemlich  gutem  Einvernehmen
miteinander  gewesen,  so  würde  ich  nicht  entfernt  daran
denken,  auch  nur  vierzehn  Tage  lang  meine  Zuftiedenheit
  durch  eine  derartige  Entdeckung  trüben  zu
lassen,  die  doch  bei  richtiger  Auffassung  zu  den  Umrissen ­
  einer  Bagatelle  herabsinkt.
Und  vollends  deswegen  eine  Ehe  trennen!  Das
Gesetz  und  die  offizielle  Moral  würden  Dir  zwar  recht
geben  —  aber  der  Menschenverstand,  der  mehr  wiegt
als  beide,  entschieden  unrecht.  —  Am  Ende  muß  ich
das  besser  wissen  als  Du,  gerade  weil  ich  ein  Mann
bin  und  die  Männer  kenne.  Du  magst  besser  wissen,
wie  eine  solche  Entdeckung  eine  Frau  schmerzt,  eben
weil  Du  eine  Frau  bist.  Aber  willst  Du  nur  mit  einiger
Vernunft  zu  Werke  gehen,  so  muß  vielmehr  der  Grad
des  Schmerzes,  den  Du  über  dieses  Ereignis  empfindest,
sich  richten  nach  dem  Grad  von  Wichtigkeit  und  Bedeutsamkeit, ­
  der  einer  solchen  Handlung  in  dem
            
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