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unbeschränkten Gebrauch ihres Flakons mit Eau de
Cologne verstattete. Es war ein Labsal in dem niedrigen,
engen Saal, in dem vielleicht für höchstens sechzig Zu
hörer Raum war und in dem geroiß hundertfünfzig
sich zusammengepfercht hatten. Außerdem waren die
Korridore schwarz von Menschen, und die Arbeiter
standen bis auf die Straße, um Lassalle, der sich jede
stürmische Begrüßung streng verbeten hatte, bei seinenr
Betreten des Gerichtsgebäudes zum mindesten zu sehen.
Es war gerade neun, der Staatsanwalt unterhielt sich
mit Lassalles Verteidiger, dem Rechtsanwalt Bloem,
da entstand eine starke Bewegung int Zuschauerraum;
Lassalle trat ein, gefolgt von seinem getreuen Famulus,
dem Düsseldorfer Bevollmächtigten. Lassalle trug unter
dem linken Arm eine Unmenge Bücher, die er kaum
umspannen konnte, vielleicht fünfzehn bis achtzehn
Bände, und der Bevollmächtigte hinter ihm keuchte
unter einer noch schwereren Last. Bloem lächelte, aber
der Staatsanwalt machte ein ganz entsetztes Gesicht
und rief unwillkürlich, aber doch so laut, daß wir es
deutlich vernehmen konnten: „Um Gottes willen!"
Lassalle, der mit einer vornehmen Kopfbewcgung den
Staatsanwalt begrüßt hatte, stellte seine Bibliothek aus
einem Tische, den der Gerichtsdiener herbeigeschleppt
hatte, auf und ordnete dann die Bücher systematisch.
Darauf begrüßte er die Gräfin Hatzfeldt mit respekt
voller Herzlichkeit und drückte Bloeni und mir die Hand.
Er hatte auö Achtung vor dem hohen Gerichtshof großen
Gesellschaftsanzug angelegt, Frack und weiße Binde.
Sobald die Herren Richter eintraten, begab sich Lassalle
auf die Anklagebank und verneigte sich sehr tief vor den