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hier und in noch verstärktem Maße. Sein Vortrag war
im höchsten Grade wirksam, wenn auch nicht ganz frei
vom Theatralischen.
Für jede Stimmung, die er Hervorrufen wollte, wußte
er den richtigen Akzent zu finden; aber alles machte
den Eindruck des sehr Beabsichtigten, vorher Stu
dierten, zum mindesten vorher Probierten. Sei es,
daß er spöttisch und ironisch über die ungenügenden
Kenntnisse seiner Richter Herzog, sei es, daß er das
Pathos des eigenen Bewußtseins anwandte und den
Brustton der Überzeugung anschlug oder durch den
wehmütigen Ausdruck seines Märtyrertums zu wirken
suchte, trotz aller Bewunderung für die Schärfe der Ge
danken, für die Knappheit und die Gewalt des Aus
drucks, für die hohe Beredsamkeit wurde man den Ein
druck des Schauspielerischen nicht recht los. Dieser
Eindruck wurde noch verstärkt durch das lebhafte Mienen
spiel und durch die Gesten, mit welchen Lassalle den
Vortrag begleitete.
Der Ausdruck seines Gesichts wechselte beständig. Bald
spielte ein spöttisches Lächeln um seinen Mund, und er
schloß halb mitleidig, halb verächtlich die Augen zur
Hälfte, bald öffnete er sie in ihrer ganzen Weite, und
drohende Blicke schossen zu den erhöhten Sitzen der
Richter hinauf. Bald ließ er den Kopf in vernachlässigter
Haltung hin und her schwanken — so zum Beispiel,
wenn er die erheblichsten und schwierigsten wissenschaft
lichen Feststellungen als etwas Nebensächliches, jedem
Richter unbedingt Geläufiges erwähnte —, bald warf
er den Kopf vornehm und kühn in den Nacken wie ein
römischer Imperator.