Die Staaten des nordöstlichen Indiens.
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Kausämbi (sw. von dem heutigen Allahabad), unter König
Udayana, dessen romantische Liebesgeschichte mit Yä8avadattä
(von den Buddhisten VZwuladattä genannt), der Tochter des
Königs Pradyoia, in Indien sehr gefeiert war und noch im
5. Jahrhundert nach Chr. im Munde der Dorfgreise der Avantis
fortlebte. Noch weiter südlich lag das Königreich der Avanti
mit der Hauptstadt üjjayini (heute Ujjain), der Heimatstadt
des gefeierten Dichters Lälidäoa, unter König Pradyota oder
Canda-Pradyota, dem Vater der Väsavadattä.
Unter den republikanisch regierten Feudalstaaten ragte her
vor die Konföderation der Vrjjis (Pali Vajji), die acht Bundes
staaten umfaßte, unter denen der der Lieehavis von Yai£ali
besonders zu nennen ist. Ihnen benachbart waren die Llallao
von Kusinagara und Pävä, und die Säkyas mit der Haupt
stadt Kapilavastu. Dem Patriziergeschlechte der Säkyas gehörte
Buddha an, der schon in einer Inschrift des 3. Jahrhunderts
vor Chr. Sakyamuni, „der Weise der Läkyas", genannt wird.
Die Säkyas erkannten die Oberherrschaft des Königs von Kerala
an, waren aber im übrigen selbständig. Sie betrachteten sich selbst
als Kosalas und führten ihr Geschlecht bis auf den alten König
Iksväku zurück, von dem die indische Sage viel zu erzählen weiß.
Sie werden als hochmütig und adelsstolz geschildert, ein Charak
terzug, der ihnen schließlich zum Verderben gereichte.
Das Heimatsland des Buddha lag an der Grenze des heutigen
nepalesischen und englischen Gebietes, zwischen den nepalesischen
Vorhöhen des Himalaha und dem mittleren Laufe der Rapti,
etwa 100 englische Meilen nordöstlich von Benares, wo heute
Gorakhpnr liegt. Über die Größe des Landes geben uns die
alten Quellen keine genaue Auskunft. Oldenberg schätzt es
auf höchstens % der Mark Brandenburg, Rhys Davids berech
net die Einwohnerzahl auf etwa eine Million. Es werden uns
eine ganze Anzahl Namen von Orten des Säkyalandes genannt,
und wir erfahren, daß es ein reiches und blühendes Land war,
dessen Reiskulturen hervorgehoben werden.
Man hat lange geglaubt, daß das indische Volk im 6. Jahr
hundert vor Chr. unter dem Drucke geistlicher und weltlicher
Knechtschaft schmachtete und auf einen Erlöser wartete, der ihm
in der Gestalt Buddhas erschien. Die buddhistischen Texte selbst
belehren uns eines Besseren. Überall finden wir in Indien da
mals wohlgeordnete Staaten mit machtvollen Fürsten flu der