Full text: Leben und Lehre des Buddha

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VI. Die Lehre des Buddha. 
sich. Er erscheint in der Hölle, unter Löwen, in Gestalt eines Pferdes, 
als Wirbelwind. Wann seine Verehrung aufgekommen ist, können 
wir noch nicht bestimmt sagen. Er wird bereits in einem Werke 
erwähnt, das schon im 3. Jahrhundert nach Chr. ins Chinesische 
übersetzt worden ist, also erheblich älter sein muß. Der chinesische 
Pilger Fa hian fand um 400 n. Chr. den Kultus des Avalo- 
kitesvara zu Mathurä an der Yamunä und bemerkt, daß ihm von 
den Anhängern des Mahäyäna Verehrung erwiesen würde. Er 
selbst rief Avalokitesvara, nicht Buddha, um Hilfe au, als sein 
Schiff auf der Heimfahrt nach China in einen großen Sturm ge 
riet, und er Gefahr lief, alle seine heiligen Bücher und Bilder zu 
verlieren, die er in Indien gesammelt hatte. Etwa 200 Jahre 
später, als bluau Thsang Indien besuchte, stand Avalokitesvara 
dort immer noch in großen Ehren. Seine Bildsäule fand sich über 
all, selbst in Magadha, dem Heimatlande des Buddhisinus, sogar 
in unmittelbarster Nähe des Baumes der Erleuchtung (S. 23 f.). 
Huan Thsang berichtet, es sei allgemeiner Glaube gewesen, daß 
das Gesetz des Buddha gänzlich erlöschen werde, wenn der Leib 
des Avalokitesvara unsichtbar geworden sei. 
Ob die Lehre von den vllMniboäbisattvas, wie man vermutet 
hat, auf persischen oder gnostischen Lehren beruht, oder umgekehrt 
diese auf jener, läßt sich zurzeit noch nicht sagen. Sehr spät erst 
ist dieLehre aufgekommen, daß auch die fünfvüMuibuädbas Emana 
tionen eines Ädibuddha, „Urbuddha", seien, wodurch eine Art 
Monotheismus innerhalb des Buddhismus geschaffen wurde.
	        
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