Die Konzile.
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des Buddha sei. 60000 wußten diese Frage nicht richtig zu beant
worten und wurden deshalb als Ketzer ausgestoßen. Dann feierte
man zum ersten Male seit sieben Jahren wieder den Upavasatha.
Maudgaliputra wählte darauf 1000 durch Kenntnis der heiligen
Schriften und durch Tugend ausgezeichnete Brüder aus, und diese
hielten unter seinem Vorsitz das dritte Konzil zu Pätaliputra ab.
Maudgaliputra verfaßte ein eigenes Werk, das Kathävatthu, in
dem die Lehre so festgestellt wurde, wie Maudgaliputra und seine
Anhänger sie für richtig hielten. Wie erwähnt (S. 6), steht das
Kathävatthu im Abhidhammapitaka des südlichen Kanons.
Das dritte Konzil war also auch nur eine Diözesenversamm
lung, und zwar hat hier eine bestimmte kirchliche Richtung, die
des Maudgaliputra, den Sieg davongetragen, der die Singhalesen
bis auf den heutigen Tag folgen.
Für die Geschichte des Buddhismus ist das dritte Konzil außer
ordentlich wichtig. Nach der Überlieferung, der wir hierin nicht
zu mißtrauen brauchen, datiert von diesem Konzil an die Missions
tätigkeit des Buddhismus nach außerindischen Ländern. Maud
galiputra, den die nördlichen Buddhisten nur unter dem Namen
Upagupta kennen, bestimmte eine Anzahl Sthaviras zu Missio
naren. So wurden damals Glaubensboten gesandt nach Kaschmir,
Kabulistan, dem griechisch-baktrischen Reiche, den Ländern am
Fuße des Himalaya, dem westlichen Dekhan und Hinterindien.
Nach Ceylon ging als Missionar Aäokas eigener Sohn Maheudra
(Pali Mahinda). Damit wurde der Buddhismus Weltreligion.
Er trat seine weltgeschichtliche Aufgabe an, die rohen, unzivilisier
ten Völker Asiens an indische Gesittung und Bildung zu gewöhnen.
Wenn man die Wohltäter der Menschheit nennt, sollte auch der
Name des Tisya Maudgaliputra nicht vergessen werden. Die
Trümmerstätten Zentralasiens, die jetzt aufgedeckt werden, ver
künden seinen Ruhm und die Schande des Zeloten Muhammad
Am folgenreichsten wurde die Mission nach Ceylon. Während der
Buddhismus in seinem Heimatlande durch die Gegenreformation
der Guptas, die Uneinigkeit seiner Bekenner und seinen unindischen
Kosmopolitismus allmählich zugrunde ging und im Norden ent
artete, erhielt er sich in Ceylon in der Abgeschlossenheit rein.
Das Konzil von Pätaliputra bezeichnet also einen Wendepunkt in
der Geschichte des Buddhismus.
Die Scheidung, die das dritte Konzil anbahnte, verschärfte das
vierte. Es fand statt unter dem indoskythischen Könige Kaniska,