Reliquiendienst.
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kabuddhas, Dhyänibuddhas und der verschiedenen Bodhisattvas
kamen. Ebenso wurden Prachtvolle Tempel erbaut. Im Lamais
mus hat man außerdem noch kleinere Kapellen, die oft an der
Landstraße oder an Kreuzwegen oder mitten in der Steppe er
richtet sind, ferner die Gebetstürme, die aus den 8tupao hervor
gegangen sind, von ganz geringer Höhe bis zu über hundert Fuß,
dann die sogenannten Nanis, d. h. Mauern oder Steinwände von
verschiedener Hohe und Länge, auf denen das heilige Gebet Om
mani padme hum (S. 95) eingegraben ist, um die Gläubigen
zum Gebet zu veranlassen. Zu Gebeten werden ferner im Lamais
mus gebraucht die Gebetsräder oder Gebetszylinder, tonnen-
oder zylinderförmige Maschinen, die mit auf Blättern geschriebenen
Gebetsformeln vollgestopft sind, die sich um eine Achse drehen.
Schon Fa hian erwähnt diese Gebetsräder. Sie sind von ver
schiedener Größe. Priester und Laien haben kleine, leicht zu hand
habende; im Freien werden große aufgestellt, die oft wie Mühlen
aussehen und durch Maschinen oder den Wind in Bewegung ge
setzt werden. Das Umdrehen des Rades setzt die Gebete in Be
wegung, und so kann man ohne Mühe viele Tausende von Gebeten
auf einmal abmachen. Denn das Drehen ist ebensoviel wert wie
das Hersagen?) Neben den Gebetsrädern werden ferner Gebets
fahnen gebraucht, die ebenfalls die Aufschrift Om mani padme
hum tragen und überall angebracht sind, auf Felsen und Bäumen,
auf Türmen und Hausdächern, aus hohen Stangen u. dgl. Der
Lamaismus hat ferner den Rosenkranz aus dem brahmanischen
Sivaismus übernommen. Er enthält 108 Kugeln. An beiden Enden
befinden sich noch drei besondere größere Kugeln, von denen die
mittelste die größte ist. Sie bezeichnet Buddha, die beiden andern
das Gesetz und die Gemeinde, alle drei also die „drei Kleinodien"
1) Mehrere vorzügliche Exemplare solcher Gebetsmaschinen besitzt
das Museum für Völkerkunde in Berlin. Die Bibliothek der Deutschen
Morgenländischen Gesellschaft in Halle besitzt ein für den Handgebrauch
bestimmtes Exemplar. Bon den dazu gehörigen 12 Blättern mißt
jedes in der Höhe 23, in der Länge 67 cm, der Rand oben und unten
fast 1%, an den Seiten fast 3 cm. Der übrige Raum enthält 41
Reihen, in deren jeder in Rotdruck und tibetischer Schrift 60mal das
Gebet Om mani padme hum steht. Jedes Blatt enthält also
41 x60 — 2460 Gebete, alle 12 Blätter also 12x2460 = 29620
Gebete, die bei einer einmaligen Umdrehung hergebetet werden. Mit
Leichtigkeit lassen sich in einer Minute 120 Umdrehungen machen, also
3 542 400 Gebete hersagen, eine Zahl, die auch den frömmsten Laien
befriedigen kann.