Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

Französischen Socialismus nach Reybaud und nach Maassgabe 
seiner Kenntnisse von der Hegclschen Logoslehre vor einigen 
-0 Jahren bearbeitete, würde nun zwar nicht einmal sonder 
lich bestehen, wenn man auch nur den strengeren Maass 
stab der Hegclschen sogenannten Logik an seine Darstellung 
legte. Indessen überlassen wir solche Erinnerungen denen, 
die selbst Hegelianer, dennoch mit Recht diejenigen Arbeiten 
verurtheilen, in denen die logischen Arabesken zu ganz cha 
rakterlosen Linien geworden sind. Diese Verwässerung des 
logischen Urbildes hat manchen unbefangenen Leser über die 
fälschenden Constructionen getäuscht, zumal sich die letzteren 
mit der gewöhnlichen Denkweise und einer Annäherung an 
den gemeinen Stil untermischt und hiedurch abgeschwächt 
fanden. 
Die eben gemachten Bemerkungen können auch einen andern 
Sinn erhalten, wenn man dabei von der Zufälligkeit vorüber 
gehender Bücher und von den unmittelbaren Symptomen ab 
sieht, die sich in ihrem Erscheinen bekunden. Greift man näm 
lich etwas weiter zurück und versetzt sich in die geistige Atmo 
sphäre, welche am Eingänge des Jahrhunderts in den Aus 
schweifungen der Imagination kenntlich wurde, so findet man, 
dass zwischen einem Fourier und den Deutschen Philosophirern 
der unkritischen Art, also namentlich mit dem Typus, welcher 
vornehmlich durch Schelling vertreten wurde, eine sehr nahe 
Verwandtschaft der Vorstellungsart bestand. Auf beiden Seiten 
überliess man sich den wüstesten Conceptionen über die Natur 
und deren vermeintliche Gesetze. In Deutschland erhielten die 
selben den Namen Naturphilosophie, der seitdem unschuldiger 
weise und gegen seinen bessern Sinn bei. den strengen Wissen 
schaften in Verruf gekommen ist. In Frankreich war es der 
Socialismus nach Art eines Fourier, was die gleichartigen 
naturphantastischen und philosophastrischen Speculationen 
decken musste. Fragt man nach dem Unterschiede, so lässt 
sich natürlich bei den Deutschen Grössen der metaphysischen 
Naturphantastik ein erheblicheres Maass von philosophischer 
Bildung und Schulung nicht verkennen. Dagegen war auf der 
Seite des Franzosen die grössere Unbeschränktheit in Rücksicht 
auf die leitenden oder zwingenden Religionsideen anzutreffen, 
und ihm kam die nicht hinterhältige und nicht in Zweideutig 
keiten spielende Darlegung seiner Vorstellungen zu statten. 
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