Full text : Leben und Lehre des Buddha

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III.  Das  Leben  des  Buddha.

verkündigen,  und  zwar  mit  den  stehenden  Worten:  „Zieht  aus,
ihr  Jünger,  und  wandert,  zum  Heile  für  viele  Menschen,  aus  Erbarmen ­
  für  die  Welt,  zum  Segen,  zum  Heile,  zur  Freude  für
Götter  und  Menschen."  Er  wies  sie  an,  nie  zu  zweien  denselben
Weg  zu  gehen,  damit  die  Lehre  desto  schneller  verbreitet  werde.
Von  Anfang  an  hat  sich  der  Buddhismus  als  missionierende  Religion ­
  erwiesen,  und  diesem  Umstande  hat  er  seine  schnelle  Ausbreitung ­
  vor  allem  zu  danken.  Buddha  selbst  ging  nach  Umvelä,
wo  er  tausend  Brahmanen  bekehrte,  an  deren  Spitze  drei  Brüder
aus  der  Familie  der  Kasyapas  (Pali  Kassapa)  standen.  Der  Bekehrung ­
  lassen  schon  die  alten  Texte  große  Wunder,  und  zwar
3  500,  vorausgehen,  die  Buddha  verrichtet.  Vor  seinen  tausend
Mönchen  hielt  Buddha  dann  auf  dem  Berge  Gayasirsa  (Pali
Gayäsisa)  eine  zweite  Predigt,  die  man  „die  buddhistische  Bergpredigt" ­
  genannt  hat.  Sie  hat  außer  dem  Orte  nichts  mit  der
Bergpredigt  Jesu  gemein,  ist  aber,  wie  die  Predigt  von  Benares,
für  Buddhas  Ausdrucksweise  und  Endziel  sehr  charakteristisch.  Sie
lautet:  „Alles,  ihr  Mönche,  steht  in  Flammen.  Und  was  alles,  ihr
Mönche,  steht  in  Flammen?  Das  Auge,  ihr  Mönche,  steht  in
Flammen;  die  wahrnehmbaren  Dinge  stehen  in  Flammen;  die
geistigen  Eindrücke,  die  das  Auge  hervorruft,  stehen  in  Flammen;
die  körperliche  Berührung,  die  das  Auge  hervorruft,  steht  in  Flammen; ­
  die  daraus  entstehende  Empfindung  steht  in  Flammen,  mag
sie  angenehm  oder  schmerzlich,  oder  weder  angenehm  noch  schmerzlich
sein,  sie  steht  in  Flammen.  Und  durch  welches  Feuer  ist  alles  entflammt? ­
  Wahrlich,  ich  sage  euch:  durch  das  Feuer  der  Lust,  das
Feuer  des  Hasses,  das  Feuer  der  Unwissenheit,  durch  Geburt,  Alter,
Tod,  Kummer,  Jammer,  Schmerz,  Traurigkeit,  Verzweiflung  ist
es  entflammt.  Das  Ohr,  ihr  Mönche,  steht  in  Flammen  und  die
Töne,  die  Nase  und  die  Gerüche,  die  Zunge  und  die  Geschmäcke,
der  Leib  und  die  Berührungen,  der  Geist  und  die  Eindrücke  stehen
in  Flammen.  (Im  Original  wird  von  allen  hier  genannten  Körperteilen ­
  und  dem  Geist  genau  dasselbe  ausgesagt,  wie  vom  Auge.)
..  .  Wenn  ein  Hörer,  ihr  Mönche,  der  in  der  Schrift  erfahren  ist
und  auf  dem  edlen  Pfade  wandelt,  dies  erwägt,  so  wird  er  des
Auges  überdrüssig,  der  sichtbaren  Dinge  überdrüssig,  der  geistigen
und  leiblichen  Eindrücke  überdrüssig,  der  daraus  entstehenden
Empfindung  überdrüssig,  mag  sie  angenehm  oder  schmerzlich,  oder
weder  angenehm  noch  schmerzlich  sein.  (Im  Original  wird  dasselbe ­
  von  Ohr,  Nase,  Zunge,  Leib,  Geist  wiederholt.)  Wenn  er
            
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