Full text : Leben und Lehre des Buddha

Devadatta.

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stoßen  werden.  Buddha  schlug  ihm  diese  Forderungen  ab.  Es
gelang  aber  Devadatta  mit  Hilfe  des  Mönches  Kokslika
500  Mönche  abtrünnig  zu  machen.  Nach  den  älteren  buddhistischen
Texten  war  sein  Erfolg  freilich  nur  von  kurzer  Dauer.  Säriputra
  und  Maudgalyäyana  gingen  ihm  nach,  und  als  Devadatta
schlief,  predigten  sie  den  Abtrünnigen  die  reine  Lehre  und  bewirkten ­
  dadurch,  daß  alle  außer  Kokälika  wieder  zu  Buddha  zurückkehrten. ­
  Als  aber  Devadatta  von  seinem  Mitschuldigen  aufgeweckt
wurde  und  erfuhr,  was  geschehen  war,  da  stürzte  ihm  ein  Strom
heißen  Blutes  aus  dem  Munde.  Nach  einer  jüngeren  Quelle  war
Devadatta  danach  neun  Monate  lang  krank  und  faßte  deshalb
den  Entschluß,  Buddha  um  Verzeihung  zu  bitten.  Seine  Schüler
trugen  ihn  in  einer  Sänfte  zu  Buddha,  der  ihn  aber  nicht  sehen
wollte,  weil  seine  Sünden  so  groß  seien,  daß  ihm  zehn,  hundert,
ja  tausend  Buddhas  nicht  helfen  könnten.  Devadatta  hatte  aber
so  große  Sehnsucht  nach  dem  Herrn,  daß  er  aus  der  Sänfte  sprang.
Ehe  er  aber  noch  den  Erdboden  berührte,  schlugen  Flammen  aus
der  tiefsten  Hölle  hervor  und  umhüllten  seinen  Leib.  In  seiner
Angst  rief  er  um  Hilfe  und  sagte  ein  Loblied  auf  Buddha  her.
Das  half  ihm  aber  nur  für  die  Zukunft.  Zunächst  fuhr  er  zur
Hölle  und  erhielt  einen  1600  Meilen  langen  glühenden  Leib.
Man  beachte,  daß  die  jüngere  Quelle  hier  ehrlicher  ist  als  die
ältere.  Nach  der  älteren  kehrten  alle  Mönche  zurück,  nach  der
jüngeren  bringen  Schüler  den  Devadatta  zu  Buddha.  Nur  das
letzte  stimmt  zu  der  Tatsache,  daß  es  noch  im  siebenten  Jahrhundert ­
  nach  Chr.  Mönche  von  der  Regel  des  Devadatta  gab.
Das  Leben  des  Buddha  verfloß  sonst  im  allgemeinen  ganz  gleichförmig. ­
  Er  zog  im  Lande  umher,  überall  seine  Lehre  verkündigend
und  Anhänger  werbend.  Das  indische  Klima  legte  ihm  aber  eine
Beschränkung  auf.  Um  die  Mitte  des  Juni  beginnt  in  Hindustan
die  Regenzeit,  die  bis  Oktober  dauert.  Der  Südwest-Monsun,  der
zuerst  die  Küste  Malabar  in  Dekhan  im  Mai  erreicht,  dringt  von
dort  allmählich  in  das  Tiefland  Indiens  vor  und  bringt  gewaltige
Gewitter  mit  starken  Regengüssen  mit  sich.  Das  ist  die  Zeit  für
die  Erfrischung  von  Mensch  und  Tier.  Die  ausgedörrte  Erde
treibt  neues  Grün;  üppig  sprießen  in  unglaublich  kurzer  Zeit  die
Kräuter  hervor;  in  Wald  und  Feld  wird  es  lebendig.  Während
aber  die  Natur  arbeitet,  muß  der  Mensch  ruhen.  Die  Erde  ist
so  aufgeweicht,  daß  es  auf  weite  Strecken  hin  unmöglich  ist  zu
gehen.  Die  Kaufleute  kehren  mit  ihren  Karawanen  nach  Hause
            
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