Full text: Leben und Lehre des Buddha

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V. Buddhas Lehrweise. 
hika, friedfertig ist die Hausfrau Vaidehika." Diese Hausfrau 
Yaidehikä, ihr Mönche, hatte eine Dienerin namens Lall, die 
geschickt und fleißig war und ihre Arbeit gut besorgte. Und der 
Dienerin Kali, ihr Mönche, kam der Gedanke: „Meine Herrin 
steht in dem guten Rufe: „Sanft ist die Hausfrau Vaidehika, 
ruhig ist die Hausfrau Vaidehika, friedfertig ist die Hausfrau 
Vaidehikä." Zeigt nun etwa meine Herrin ihren inneren Zorn 
nicht, oder besitzt sie keinen? Oder besorge ich meine Arbeit so 
gut, daß meine Herrin ihren inneren Zorn nicht zeigt? Wie wäre 
es, wenn ich sie einmal auf die Probe stellte?" Und die Dienerin 
Kali, ihr Mönche, stand auf, als es (schon heller) Dag war. Da 
sprach, ihr Mönche, die Hausfrau Vaidehika zur Dienerin Kali: 
„He da, Kali!" „Was, o Herrin?" „Was stehst du bei (hellem) 
Tage auf?" „Das macht nichts, o Herrin!" „Das macht nichts, 
du schlechte Dienerin, daß du am (hellen) Tage aufstehst?", sagte 
sie zornig und unzufrieden und runzelte die Brauen. Da kam 
der Dienerin Kali, ihr Mönche, der Gedanke: „Meine Herrin 
besitzt inneren Zorn, zeigt ihn bloß nicht. Weil ich meine Arbeit 
gut besorge, zeigt sie den inneren Zorn nicht, den sie besitzt. Wie 
wäre es, wenn ich sie noch stärker auf die Probe stellte?" Und 
da stand, ihr Mönche, die Dienerin Kali noch später am Tage 
auf. Da sprach, ihr Mönche, die Hausfrau Vaidehika zur Dienerin 
Kali: „He da, KM!" „Was, o Herrin?" „Was stehst du bei 
(hellem) Tage auf?" „Das macht nichts, o Herrin!" „Das 
macht nichts, du schlechte Dienerin, daß du am (hellen) Tage auf 
stehst?", sagte sie zornig und unzufrieden mit unzufriedenen Worten. 
(Mit denselben Worten, wie vorher, wird weiter erzählt, daß Kal;, 
um ihre Herrin zu prüfen, zum dritten Male noch später aufsteht.) 
Da ergriff sie zornig und unzufrieden einen Türriegel*), gab ihr 
damit einen Schlag auf den Kopf und schlug ihr ein Loch in den 
Kopf. Da machte die Dienerin Kali mit dem Loch in dem Kopf, 
und indem ihr das Blut herabrann, die Nachbaren aufmerksam: 
„Seht, ihr Herren, das Werk der Sanften; seht, ihr Herren, das 
Werk der Ruhigen; seht, ihr Herren, das Werk der Friedfertigen! 
Wer wird wohl seiner eigenen Dienerin, bloß weil sie am (hellen) 
Tage aufsteht, mit einem Türriegel zornig und unzufrieden einen 
Schlag auf den Kopf geben und ihr ein Loch in den Kopf schlagen?" 
Und da kam, ihr Mönche, die Hausfrau Vaidehikä allmählich in 
1) d. h. ein Stück Holz, das vorgesteckt wird, um die Tür zu schließen.
	        
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