Full text : Leben und Lehre des Buddha

Jätaka.

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34.  Jetzt  ist  sie  bei  den  südlichen  Buddhisten  bis  auf  547  gestiegen; ­
  bei  den  nördlichen  ist  sie  geringer.  Viele  dieser  Erzählungen ­
  erweisen  sich  deutlich  als  Variationen  und  junge  Nachbildungen. ­
  Von  Indien  aus  sind  sie  auf  dem  oben  (S.  19)  angegebenen ­
  Wege  nach  dem  Occident  gewandert.  Viele  der  Märchen
und  Fabeln,  die  uns  als  Kinder  entzückt  haben,  und  die  wir  noch
heute  gern  wieder  lesen,  lassen  sich  in  Indien  zuerst  nachweisen.
Oft  wird  dem  Jätaka  eine  Vorgeschichte  vorausgeschickt,  die
die  Umstände  angibt,  unter  denen  das  Jätaka  erzählt  wurde,  und
die  sich  von  dem  Jätaka  bisweilen  nur  so  wenig  unterscheidet,  daß
in  diesem  einfach  auf  sie  verwiesen  wird.  Entweder  ist  es  Buddha
in  einer  früheren  Existenz  allein,  der  in:  Jätaka  auftritt,  oder  es
sind  mehrere  Personen,  und  die  Bösewichte  werden  identifiziert
mit  Leuten,  die  im  Leben  des  Buddha  eine  schlechte  Rolle  gespielt
haben,  die  Guten  mit  Freunden  des  Buddha.  Die  Erzählungen
knüpfen  meist  an  einen  Vers  einer  Strophe  an,  die  im  Jätaka  vollständig ­
  mitgeteilt  wird.  Die  Zahl  der  Strophen  ist  sehr  verschieden.
Die  kürzesten  Jätakas  enthalten  nur  eine,  die  längsten  mehrere
hundert.  Überhaupt  werden  dem  Buddha  oft  Verse  in  den  Mund
gelegt.  Teils  sind  es  alte,  oft  sprichwörtliche  Verse,  teils  im  Augenblick ­
  entstandene.  Das  gewöhnliche  Metrum,  der  Sloka,  ist  sehr
einfach  und  frei  gebaut,  so  daß  es  leicht  zu  handhaben  war.  Es
ist  sehr  wahrscheinlich,  daß  Buddha  und  seine  Jünger  die  prosaische
Erzählung  oft  durch  Verse  unterbrachen.  Von  einem  der  Ältesten,
Vangisa,  wird  ausdrücklich  überliefert,  daß  er  vor  andern  die
Gabe  des  Jmprovisierens  besaß.  Jedenfalls  bilden  die  Verse  den
ältesten  Bestand  der  Jätaka«.  Nur  sie  sind  in  den  ältesten  Teil
des  südlichen  Kanons  ausgenommen  worden.  Sie  waren  das  feste
Gerippe,  an  das  sich  die  Prosaerzählung  angliederte,  die  je  nach
dem  Bedürfnis,  nach  Ort,  Zeit  und  Person  sich  änderte.  So  war
es  in  Indien  schon  in  vedischer  Zeit,  und  so  ist  es  bis  auf  den
heutigen  Tag  geblieben,  nicht  nur  bei  den  Erzählungen,  sondern
auch  bei  den  Theaterstücken.  In  nordbuddhistischen  Texten,  wie
dem  Lalitavistara  und  Mahävastu,  wird  dieselbe  Geschichte,  zuweilen ­
  in  etwas  abweichender  Gestalt,  oft  zugleich  in  Prosa  und
Versen,  vorgetragen.  Überall  macht  die  metrische  Fassung  den
älteren  Eindruck.  Im  Nabäpariuibbäuasutta  werden  Strophen
mitgeteilt,  die  beweisen,  daß  es  eine  alte  Lebensbeschreibung  des
Buddha  in  Versen  gegeben  haben  muß.  In  Indien  herrscht  von
ältester  Zeit  an  der  Vers,  dessen  sich,  wenn  wir  späteren  Werken
            
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