Full text: Leben und Lehre des Buddha

Das vierte bis zehnte Gebot. 
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(d. h. der Lehre Buddhas) folgt, soll nicht beratischende Getränke 
trinken, noch andere veranlassen, sie zu trinken, noch es billigen, 
wenn andere sie trinken, weil er weiß, daß Wahnsinn das Ende 
ist. Denn in der Trunkenheit begehen die Toren Sünde und machen 
andere Leute trunken. Man soll diese Sünde vermeiden, die Wahn 
sinn erzeugt, zur Torheit verleitet und nur dem Dummen schön er 
scheint." 
Das sind die fünf Gebote, die der Laie beachten muß. Wer es 
nicht tut, der gräbt sich, wie das Dhammapada sagt, selbst die 
Wurzel ab. Dazu kommen für den Mönch noch fünf weitere Ge 
bote, im ganzen also zehn: 6. nicht zu unerlaubter Zeit zu essen; 
7. nicht an Tanz, Gesang, Musik, Schauspielen teilzunehmen; 
8. sich keiner Kränze, Parfüms und Schmucksachen zu bedienen; 
9. nicht in hohem oder breitem Bette zu schlafen; 10. kein Gold 
und Silber anzunehmen. Auch für den Laien ist es verdienstlich, 
die drei ersten dieser Vorschriften zu beachten, sei es für sein ganzes 
Leben oder nur für bestimmte Zeiten. Er gilt aber als irreligiös, 
wenn er sie nicht an den Cpavaoatba - (Pali Cposatba-) Tagen 
befolgt. Diese Cpavasatba-Tage entsprechen unseren Sonntagen, 
insofern sie ein wöchentlich wiederkehrender Festtag sind. Upava- 
satba-Tage sind der Tag des Vollmonds, der Tag des Neumonds 
und je der achte Tag nach Voll- und Neumond. Der Name be 
deutet „Fasttag". Im Brahmanismus war es der Tag vor dem 
großen Somaopfer, an dem gefastet wurde. Im Buddhismus 
aber war es kein Fasttag mehr, sondern ein Beichttag. An den Upaya- 
satba-Tagen kleiden sich die Laien in ihre besten Kleider. Die 
Frommen enthalten sich ihrer Geschäfte und der weltlichen Ver 
gnügungen. Sie gehen zu einem Priester und erklären ihm ihre 
Absicht, an diesem Tage die acht Gebote zu halten. Für die Priester 
findet am Tage des Voll- und Neumondes eine große Beichte statt, 
von der später die Rede sein wird. 
Auf den Namen eines Frommen hat nach altindischer und alt 
iranischer Anschauung, die auch ins Christentum übergegangen ist, 
der Anspruch, der weder mit Gedanken noch Worten noch Taten 
sündigt. Im Buddhismus ist diese Dreiteilung sehr gewöhnlich, 
und die Sünden werden danach in drei Klassen geteilt, in Sünden 
des Gedankens, des Wortes und des Körpers oder der Tat. Sünden 
des Gedankens sind: Habsucht, Bosheit, Zweifelsucht; Sünden des 
Wortes: Lüge, Verleumdung, Fluchen, eitles Geschwätz; Sünden 
des Körpers: Mord, Diebstahl, unerlaubter geschlechtlicher Verkehr,
	        
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