Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Maschinen  im  Umfange  von  13,185  Tonnen  eine  Einfuhr
von  nur  1,348  Tonnen  aus  letzterem  Lande  gegenüber.  Österreich-Ungarn ­
  dagegen  hat  hohes  Interesse  daran,  freie  Bahn
für  Ausfuhr  von  Holz  und  Lebensmitteln  nach  Deutschland
zu  haben,  wie  folgende  Zahlen  zeigen:

Vieh  Tonnen
Nahrungs-  und  Genußmittel  „
Darunter  an  Getreide  „
Bau-  und  Nutzholz

Dabei  ist  wohl  zu  bemerken,  daß  alle  zollpolitischen  Zugeständnisse, ­
  welche  Deutschland  Österreich  gewährt,  auch
allen  Ländern,  mit  denen  wir  im  Meistbegünstigungsvertrage
stehen,  zugute  kommen.  Das  Herz  Europas,  Deutschland,
wird  der  Schauplatz  sein,  von  welchem  eine  neue,  segensreiche ­
  Epoche  der  Menschheitsgeschichte  ausgeht!
Nicht  eine  plötzliche  Beseitigung  der  Getreidezölle  neben
den  Industriezöllen  fordern  Vir,  sondern  eine  langsam  fallende
Skala,  welche  den  fleißigen  Bauern  resp.  Unternehmern,
soweit  sie  verschuldet  sind,  ihre  Schuldverpflichtungen  allmählich ­
  zu  lösen  und  von  dem  weiter  fallenden  Zinsfüße
Nutzen  zu  ziehen  gestattet.  Mit  Freuden  werden  die  selbst
arbeitenden  Landleute  eine  Rückkehr  zum  Freihandel  begrüßen, ­
  wenn  eine  Reform  im  Sinne  des  humanistischen
Sozialismus  ihnen  größeren  Konsum  der  Nation  bei  sinkenden
Produktionskosten  verspricht.  Dagegen  wird  es  verschuldeten
Großgrundbesitzern,  zumal  im  Osten  des  Staates,  nicht  möglich ­
  sein,  bei  fallenden  Zöllen  trotz  sinkenden  Zinsfußes
ihren  Verpflichtungen  nachzukommen.  Es  wird  infolgedessen
zu  vielenVersteigerungenkommen,  in  denen  es  Arbeitsuchenden
Bauern  ermöglicht  sein  wird,  Land  in  genügender  Weise  zu
erwerben.  Werden  die  Kapitalisten  zum  Ankäufe  schon
wegen  des  in  Aussicht  stehenden  weiteren  Sinkens  der
Grundrente  keine  große  Lust  zeigen,  so  könnte  für
Wehberg,  Die  Bodenreform.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.