Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die  Bodenreform  im  Lichte  des  Freihandels.

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Maßregeln  mit  Genugtuung  zu  begrüßen,  welche  wie  die
Sozialversicherungsgesetze  die  augenblickliche  Lage  des
Lohnarbeiters  verbessern  und  sein  Selbstgefühl  stärken.
Zur  Hebung  des  Selbstgefühles  und  des  Interesses  an  öffentlichen ­
  Dingen  ist  auch  die  Reform  der  Klassenwahlsysteme
in  Staat  und  Gemeinden  eine  erste  Forderung.  —  Werden
die  industriellen  Arbeiter  zum  großen  Teil  ihre  eigenen
Arbeitgeber  sein,  so  braucht  deswegen  der  Unternehmer  nicht
zu  verschwinden.  In  friedlichem  Wettbewerbe  wird  er
seine  Kenntnisse  zu  verwerten  suchen,  welche  ihm  im  Reformstaate ­
  sehr  viel  höhern  Lohn  bringen  werden  als  unter  der
kapitalistischen  Ordnung,  da  die  Produktion  sich  bedeutend
vervielfachen  wird.  Dadurch  wird  er  befähigt  sein,  mit
Freuden  auf  die  materielle  Ausbeutung  seiner  Arbeiter  —
den  sogenannten  Unternehmerprolit  —  zu  verzichten  und
ihnen  den  Lohn  zu  zahlen,  den  sie  in  einer  freien  Genossenschaft ­
  finden  werden.
Wie  die  industriellen  Arbeiter,  wird  auch  die  ländliche
Bevölkerung  sich  die  Vorteile  der  Großproduktion  durch
genossenschaftliche  Vereinigung  sichern,  wenn  wieder  Mut
und  Selbstvertrauen  durch  zielbewußte  Reformen  zurückgekehrt ­
  sein  werden.
Was  der  demokratische  Sozialismus  als  die  Ursache  der
heutigen  Notlage  betrachtet,  die  sogenannte  anarchische
Produktionsweise,  der  Unternehmerprofit,  verschwindet  bei
reiflicher  Überlegung  in  nichts.  Nicht  der  Unternehmer
als  solcher  ist  der  Feind,  welcher  bekämpft  werden  muß:
der  Feind  ist  der  Kapitalismus,  der  durch  Rente  und  Zins
die  Massen  ausbeutet  und  in  dem  römischen  Eigentumsrechte ­
  der  Privaten  am  Grund  und  Boden  begründet  ist.
Fallen  Rente  und  Zins,  so  wird  auch  der  Unternehmerprofit
sinken,  und  zwar  unter  freudiger  Zustimmung  der  intelligenten
Fabrikanten,  die,  wie  wir  hoffen,  unsere  eifrigsten  Kampfgenossen ­
  sein  werden.  Kurz,  Arbeitgeber  und  Arbeitnehmer
            
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