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Die Verstaatlichung der Bergwerke.
würde der Graben auf dem rechten Ufer der Emscher, an den
Höhen entlang zu führen sein, um unterhalb Ruhrort in den
Rhein geführt zu werden. Man verhehlte sich aber nicht, daß
dem Unternehmen durch die vielen Verbindungsbahnen der
Zechen, durch die vorhandenen und noch zu erwartenden
Bodensenkungen derartige Schwierigkeiten in den Weg gelegt
und die Kosten so hohe sein würden, daß selbst Städte wie
die erwähnten dieselben nicht aufbringen könnten. Aus allen
diesen Gründen erklärten sich die Teilnehmer der Beratung
für die Ausführung von Rieselanlagen, sei es in der Nähe der
Emscher, sei. es im Münsterlande.“
Greben wir weiter zu, daß die vaterländischen Gruben in
die Hände von Börsenjobbern und ausländischen Kapitalisten
gehen, so kann niemand Gewähr dafür leisten, daß selbst
bei drohendem Kriege ein Streik durch die Selbstsucht und
den Eigensinn der vielleicht schon bald zu einem inter
nationalen Ausbeuterverbande ä la Petroleumquellenbesitzer
vereinigten Grubenbesitzer ausbricht! Wer kann sagen,
ob nicht die unzufriedenen und international verbundenen
Arbeiter die ungeheuerlichsten Forderungen erzwingen wollen
und können! Das nationale Interesse erfordert kategorisch
die Verstaatlichung der Bergwerke. Und wesentlich nationale
Reformen werden die Arbeiter versöhnen und sie zu höherer
Stufe führen!
Auch sollte das Gemeinwesen ein Brennmaterial, das
nicht unerschöpflich und auf das die Menschheit für ihre
Kulturzwecke noch lange angewiesen ist, nicht dem Mut
willen und der Ausbeutung von Spekulanten überlassen,
die Raubbau betreiben. Die hohen Preise in jetziger Zeit ver
leiten wieder besonders zu neuen Anlagen, für deren Produk
tion nachher kein Absatz mehr ist. Die Unterkonsumtion
des Volkes — eine dem kapitalistischen Wirtschaftssysteme
immanente Erscheinung — wird gar bald den Gruben be
merkbar werden, die neuen Anlagen aber wollen betrieben
sein, um wenigstens die angelegten Kapitalien zu verzinsen.
Wären die Gruben Staatseigentum, so könnte jeder Ver