Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die Wohnungsfrage. 
anscheinend in selbstloser Weise zur Verfügung gestellt 
wurde, so hofften alle Beteiligten — natürlich mit Ausnahme 
der Mieter —, ein gutes Stück zu verdienen. Alle leben 
der Hoffnung, daß der Zustand der Dinge immer so bleiben 
werde. Ferner, da es einigen Unternehmern geglückt ist, 
sich binnen kurzem durch Spekulation in Grund und Boden 
zu bereichern, so finden sich Leute genug, die jenen nach 
eifern. Die Bodenpreise müssen ja unzweifelhaft in alle 
Zukunft steigen, man hegt daher kein Bedenken, die ge 
forderten höchsten Preise zu zahlen resp. gegen Hypothek 
zu übernehmen. Die Mieter werden ja die Zinsen und 
Amortisation des Kapitales in wenigen Jahren zahlen müssen, 
zumal man ja schon bei Erbauung der Häuser durch Ver 
wendung schlechten Materials möglichst sparen kann. Man 
baut ja doch keine Wohnungen für Menschen, man baut 
nur Spekulationsobjekte, um Geld zu verdienen und schnell 
reich zu werden. Aber diese braven Leute bedenken nicht, 
daß auch unter der kapitalistischen Ordnung die Bäume 
nicht in den Himmel wachsen, daß sich jede Verletzung 
der Gerechtigkeit unabwendbar rächen muß! Eine dem 
kapitalistischen Systeme eigentümliche Erscheinung ist das 
beständige Auf- und Niederschwanken der Produktion resp. 
der Erwerbsverhältnisse: Auf Zeiten fieberhafter Tätigkeit 
folgen Perioden, in denen die werktätige Bevölkerung 
gegen ihren Willen zu verminderter Arbeitsleistung ver 
dammt ist, was natürlich eine Verminderung des Lohnes 
zur Folge hat. Da das Wesen des kapitalistischen Systems 
darin beruht, daß einzelne Menschen sich auf Kosten der 
größeren Mehrzahl bereichern, so folgt, daß diese wenigen 
Anspruch auf die Güter, welche die geistige und körper 
liche Arbeit geschaffen haben, besitzen. Soll aber der 
Güterumlauf wie die neue Produktion in gesunden Bahnen 
verlaufen, so müssen vor allem die bereits geschaffenen 
Produkte verbraucht werden, soweit sie nicht für die
	        
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