Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die Wohnungsfrage. 
geführt durch leerstehende Räume, welche keine Miete ein- 
bringen. Dazu kommt noch, daß eine große Anzahl von 
Mietern gar nicht in der Lage ist, den Zahlungsverpflichtungen 
nachzukommen. Die natürliche Folge ist ein Rückgang 
der Mietpreise und im Anschluß daran der Bankerott vieler 
Spekulanten. Die Zusammenbrüche bringen für unsere 
Handwerker verheerenden Verlust. Das ist der Zeitpunkt, 
wo die großen Geldmänner ihre Säcke füllen und hohn 
lachend die fertigen Häuser zu Spottpreisen an sich bringen. 
Die verfluchte Gier nach Gold hat diese Menschen er 
griffen und erstickt alle edlen menschlichen Regungen in 
ihren Herzen. Ja, nicht allein sogenannte dunkle Existenzen 
treiben ihr ausbeuterisches Handwerk, vielmehr sehen wir 
Männer unter ihnen, denen ihre öffentliche Stellung es nicht 
gestatten sollte, Boden- oder Bauspekulanten zu sein. In 
welche Gemeinden wir auch schauen, gleichviel welches 
Glaubensbekenntnis wir in Betracht ziehen, wir gewahren, 
daß Mitglieder von Kirchenvorständen oft eifrige Boden- 
und Häuserwucherer sind. Was können den Geistlichen 
die Klagen über die zunehmende Lauheit in kirchlichen 
Dingen helfen, wenn sie nicht energisch Front gegen solche 
Leute machen, die mehr als andere hervorheben, Christi 
Diener und Jünger zu sein, und doch Lust an der Aus 
beutung ihrer Brüder finden! Christus aber selbst, welchen 
sie als Stifter ihrer Kirchen vorgeben, hat diese Pflicht 
vergessenen ernsthaft ermahnt mit den Worten: „Wehe dem, 
der sich mästet von dem Schweiße seines Bruders!" 
Aber nicht immer sind die Herren Kapitalisten mit dem 
Erlöse aus der Grundspekulation zufrieden, sie suchen noch 
andere Wege, sich auf Kosten ihrer Nebenmenschen zu be 
reichern. Einer dieser Wege ist der, die Bauhandwerker 
und Lieferanten bzw. Arbeiter um die Früchte ihres Fleißes 
zu bringen. Zu diesem Zwecke mieten sie einen ebenso 
gewissenlosen Menschen, der sich als Bauherr bezeichnet,
	        
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