Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die Wohnungsfrage. 
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die anscheinend günstige Kapitalsanlage ein zahlungsfähiger 
Käufer gefunden, an den das Haus mit großem Nutzen ver 
kauft wird.“ 
Längerer Zeit des Niederganges folgt dann wieder ein 
Aufschwung der Gewerbstätigkeit; die aufgehäuften Produkte 
sind allmählich verschwunden; sogenanntes neues Vertrauen 
kehrt in die werktätigen Kreise zurück; der Tanz um das 
goldene Kalb beginnt von neuem. So lange der' Druck 
auf der Landwirtschaft lastet, die Großgrundbesitzungen 
und Hypotheken wachsen, ziehen die Bauern und Tagelöhner 
weiter in die Städte, die Mieten ziehen wieder an, der 
Wert des städtischen Bodens steigt verhältnismäßig schneller. 
Dreimal haben wir im Laufe der letzten 36 Jahre den Auf 
schwung mit dem Niedergang abwechseln sehen, immer 
schärfer wurden die Krisen, immer ärmer das Volk, immer 
höher stiegen die städtischen Mieten und Hypotheken 
belastungen. 
Es ist heute wieder jener Zustand der Gesetze eingetreten,, 
von dem Goethe den Mephistopheles so treffend sagen läßt: 
Es erben sich Gesetz und Rechte 
Wie eine ewige Krankheit fort! 
Sie schleppen von Geschlecht sich zu Geschlechte 
Und rücken sacht von Ort zu Ort! 
Vernunft wird Unsinn, Wohltat — Plage, 
Weh’ dir, daß du ein Enkel bist! 
Vom Rechte, das mit uns geboren ist, 
Von dem ist leider nie die Frage! 
Es sei gestattet, eine Tabelle anzufügen, welche die 
enormen Preissteigerungen in Berlin, wie solche von dem 
Jahre 1868 bis 1877 vor sich gegangen, darlegt. Im Durch 
schnitt ist ein Emporschnellen der Mieten um 70 Prozent 
zu verzeichnen: 
Die Konzentration der großen Kapitalien nimmt immer 
zu und mit ihr eine unerhört zu nennende Sucht der Haus 
besitzer, die Mieten zu steigern, weil nichts angenehmer ist 
als arbeitsloses Einkommen auf Kosten der Arbeit. Es ist
	        
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