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großen Schwierigkeiten begegnet. Nördlich der Ketten
setzt sich das Gebirge als Taseljura gegen den Rhein
hin fort, vom Fricktal und seinen Verzweigungen in
einzelne Rücken und Plateauflächen zerteilt. Wie der
Schaffhauser Randen, so ist auch der Aarganer Jura
mit großen Waldungen bekleidet.
Neben der Landwirtschaft und dem Obstbau, der V°n
in den tiefen Lagen der Mittellandtäler und im Frick
tal vorzügliche Bedingungen findet, sind im Aargau ver
schiedene Industrien verbreitet, so die Strohflechterei,
die Zigarrenfabrikation, die Seidenweberei im Dienste
von Zürich und Basel, vielfach als Hausarbeit betrieben,
und durch das ganze Aaretal hinauf die Baumwoll
industrie ; das alles sichert den Bewohnern mannigfaltige
Erwerbsgelegenheiten. Der Kanton Aargau zählt eine
zur Mehrheit protestantische Bevölkerung von 830600
Seelen; größere katholische Gebiete sind das Freiamt
(Täler der Reuß und der Bünz) und das Fricktal.
Im Wiggertal liegt das Städtchen Zo sin gen Orte an
und am Talausgang zur Aare Aarburg, dessen Alt- ^'Uhr'">^
stadt und Schloß auf weitschauendem, untertunneltem
Felsen am Eingang des Aareguertales durch einen ab
geirrten Jurasporn steht. Zum Tal der untern Suhr
gehören die Dörfer Schöftland, Kölliken, Ent
felden und Suhr, nahe der Einmündung der Wynen
in das gleichnamige Flüßchen.
Das Wynental ist der Sitz der aargauischen Tabak- Wynental
industrie. Sie ist vielerorts als Hausindustrie ein Neben
verdienst zur Landwirtschaft und nimmt dabei nicht selten
über Gebühr die Kinderarbeit in Anspruch. Neuerdings
findet ein ansehnlicher Zuzug italienischer Arbeiterinnen
nach diesem kleinen Industriegebiet statt. Die Haupt
orte für Tabak- und Zigarrenfabrikation sind R e i n a ch
und Kulm; talauswärts folgt Gränichen.
Die Landwirtschaft des untern Aa- oder Seetales Seetal
wurde durch die beiden Konservenfabriken von Lenz-
burg und Seon zum Gemüsebau im Großen an-