Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 
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längere Perioden des Niederganges in der Volkswirtschaft 
folgten. In aller Erinnerung steht das Aufsteigen im An 
fänge der siebziger Jahre, das den großen Krach von 
1873 nach sich zog. Volle 16 Jahre waren nötig, um die 
sogenannte Überproduktion zu beseitigen und für die Auf 
nahme neuer Produkte auf dem Markte Platz zu schaffen. 
Und heute, nach einem einzigen Jahre steigender Konjunktur, 
ist der Markt wieder unsicher geworden. Man merkt an 
dem Gebaren der Börse, daß sich Produktion und Kon 
sumtion unter der kapitalistischen Ordnung nicht mehr 
decken, daß ein Zusammenbruch, nicht allein rein spe 
kulativer Werte, sondern auch reeller Unternehmungen 
erfolgen wird. 
Die langen Jahre des Niederganges sind auch an unserer verschui- 
bäuerlichen Bevölkerung nicht spurlos vorübergegangen. Bauern- 
• ständßs 
Auf jeden Pall nahmen sie ihr die zahlungsfähigen 
Konsumenten der Industrie, auf welche sie bei uns an 
gewiesen ist. Dazu kam noch die Konkurrenz des Aus 
landes, wie Ungarn, Rußland, besonders aber der trans 
atlantischen Produktionsstätten, wie Amerikas und Indiens. 
Es unterliegt auch für uns, die wir dem Freihandel zu 
streben, keinem Zweifel, daß dieser Konkurrenz gegenüber, 
solange die kapitalistische Ausbeutung der Bevölkerung 
dauert, Schutzzölle durchaus das einzige Hilfsmittel als 
Moratorium waren. Ist auch die Bevölkerung jener Länder 
ebenso ausgesogen, wie die in unserem Vaterlande, so sind 
die Produktionsbedingungen in ihnen doch günstiger für 
die Verkäufer, wenn auch nicht für die Bearbeiter des 
Bodens. Die Früchte des Bodens gehören auch dort den 
Grundherren und den Kapitalisten. Zum Teil sind die 
Löhne niedriger, zum Teil der Boden billiger, wiederum 
ist die Verschuldung so groß, daß der Bauer die Frucht, 
schon auf dem Halme um jeden Preis verkaufen muß, genug, 
die Konkurrenz war dem deutschen Landbau äußerst ge-
	        
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