Die Bodenreform im Lichte des Freihandels.
37
bei sinkenden Preisen für die Produkte sich nur über
Wasser halten, weil sie in der Lage sind, sich die Früchte
der Arbeit ihrer Gehilfen anzueignen, wenngleich auch der
Unternehmerprofit erwiesenermaßen gesunken ist.
Verschiedene Berechnungen sind nun aufgestellt worden,
um ziffernmäßig die Erzeugungskosten von wichtigen
Nahrungsmitteln wie Roggen und Weizen zu ermitteln,
aus deren Vergleichung mit den Marktpreisen der Produkte
ein Schluß auf die Rentabilität der Landwirtschaft mög
lich ist.
Dr. Jäger gibt in seinem Buche: Die „Agrarfrage der
Gegenwart 1, folgende Unkosten für Weizen in der Pfalz an:
61 Tagewerk (= 1 ls Hektar) hat einen Wert
Zins hiervon 5 °/o
Steuer und Umlagen
*/a Wagen Dung (fürs erste Jahr ä 3 Mk. 50 Pfg.)
Fuhrlohn (Dünger aufs Feld zu bringen) ä 70 Pfg.
Ausbreiten des Düngers
3 Mal Pflügen ä 4 Mk
Saatfrucht (125 Pfund) 100 Kilogramm ä 22 Mk .
Scheuermiete
Schneiden und Mähen des Weizens . . .
Aufbinden
Futterlohn für Heimführen zweimal ....
Hilfe beim Abladen
Drescherlohn (3 Mann Tag) ä 1,70 Mk. .
Verschiedene Ausgaben ,
Summe aller Ausgaben
von 900 Mk.
45 Mk. — Pfg,
2 „ 50 „
22 „ 10 „
4 „ 55 „
„ 70 „
12 , - „
13 „ 75 „
3 » i)
6 >, — »
2 n ji
2 „ - »
2 ” 50
129 Mk. 15 Pfg.
Das Ernteergebnis ist 180 Garben Weizen, Körner
ausdrusch 10V« Zentner ä 11 Mk. = 115,50 Mk. Stroh
= 16 Zentner ä 1,50 Mk. = 24 Mk. Zieht man den Stroh
ertrag mit 24 Mk. von der Summe der Gesamtausgaben
129,15 Mk. ab, so bleiben noch 105,15 Mk. Ausgaben.
Dividiert man nun noch IOV2 in 105,15 Mk., so findet man
den Durchschnittspreis eines Zentners Weizen, der rund
10 Mk. beträgt. Als Produktionspreis des Roggens darf man
9 Mk. rechnen.