Die Bodenreform im Lichte des Freihandels.
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•der Grundbesitzer von der Veröffentlichung derselben Abstand
nehmen will, um nicht dadurch einen Rückgang der Miets
preise herbeizuführen. (!) Einen recht lehrreichen Einblick
in die Steigerung der Grundstückspreise bietet in dieser
Statistik der spezielle Nachweis pro Haus. Im Jahre 1865,
also vor 25 Jahren, stellte sich in Berlin der Preis eines
Hauses auf 41 620 Mk. an Bodenwert und 54190 Mk. an
Feuerkasse (Bauwert) = 95 810 Mk., die Hypothekenlast
stellte sich auf 50 700 Mk. und der Mietsertrag auf 4460 Slk.
Jetzt, nach 25 Jahren, ist der Bodenwert eines Grundstückes
fast auf das dreifache, nämlich auf 114 000 Mk., gestiegen,
der Feuerkassenwert hat sich auf 124 000 Mk. erhöht, die
Hypothekenlast demzufolge auf 140 000 Mk. und der Miets
ertrag auf 11428 Mk. Es dürfte hiernach einleuchten, daß
die fast unerträglichen Mietspreise in erster Linie auf den
Grundstückswucher zurückzuführen sind, der innerhalb 25 Jahren
das Durchschnittsgrundstück in Berlin (ohne Baulichkeiten)
um 72 080 Mk. verteuert hat!“
Auch eine Notiz über die Steigerung der Grundrente
und die Hypothekenverhältnisse in Schweden hat großes
Interesse:
„Ende 1885 hatte der Grundbesitz auf dem platten Lande
einen Taxwert von 2 447 245 976 Kronen und in den Städten
von 983 413 664 Kronen, zusammen etwa 50 Millionen Kronen
mehr als 1884. Die Hypothekenbelastung dieses Grundbesitzes
war von 1 337 366 706 Kronen in 1884 auf 1 405 326 870 Kronen
in 1885, mithin um 67 960 164 Kronen gestiegen. Die Grund
stücke waren durchschnittlich mit 49,9 Prozent gegen 38,9
Prozent in 1884 beliehen. Der Grundbesitz in Stockholm
war mit 60,4 Prozent des Wertes belastet, gegen 1884 um
2,1 Prozent höher. Im Jahre 1885 haben 44 700 Grundstücke
den Besitzer gewechselt. Der Verkaufswert betrug 239169 006
Kronen, gegen 188 550 899 Kronen im Vorjahre. Zur Zwangs
versteigerung kamen auf dem platten Lande Grundstücke im
Werte von 5 655122 Kronen, in den Städten von 3 674 808
Kronen.“
So sehen, wir die ganze werktätige Bevölkerung unter
•der Schraube der kapitalistischen Ausbeutung seufzen: wie
•der Bauer, der Hausbesitzer, wird der Unternehmer durch
die steigenden Schuldverpflichtungen, höhere Löhne und
■die sinkenden Preise für die Produkte in Not getrieben,
wobei sich die Unternehmer, sofern sie mit vielen Arbeitern
ihr Geschäft treiben, durch Vorwegnahme der Früchte des