Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 
befinden der Nation sein. Znmal den Kapitalisten, welche 
ihr Geld im Anslande zinsbringend angelegt haben, kann 
es nur recht angenehm sein, wenn sie durch den fremden 
Import in die Lage versetzt werden, billiger einzukaufen, 
während die, welche die Verzinsung ihrer Papiere im In 
lande erwarten, nicht ganz so gleichgültig einem Ruine der 
nationalen Industrie zusehen können. Der Bauer aber, 
welcher bei dem Sinken der Preise seinen Hypotheken 
verpflichtungen nicht nachkommen kann, würde wie der 
Fabrikant, der zum Teil unter gleichem Drucke seufzt,, 
schließlich seine Produktion einstellen müssen, da sie ihm 
nicht mehr als das nackte Leben läßt. Damit sind denn aber 
die Arbeitermassen, welche heute im Dienste von Unter 
nehmern Arbeit finden, in die Gefahr gekommen, brotlos 
zu werden. Denn, obwohl auch in anderen Ländern der 
sinkende Konsum und die steigenden Renten- und Zins 
verpflichtungen die Unternehmer zwingen, auf alle Weise 
für vermehrten Absatz gegenüber den Konkurrenten zu 
sorgen — vermehrte Arbeitszeit, billigere Löhne —, so 
haben doch manche Länder bestimmte Vorteile im Wett 
bewerbe unserer Tage voraus. Der wichtigste Vorsprung 
der transatlantischen Länder liegt in dem niedrigen Maße 
der Grundrente, welche sich in wohlfeileren Bodenpreis9n. 
und Pachten zeigt. In Amerika ist die kapitalistische Aus 
beutung genau so wie im alten Europa, aber jenes Land 
ist trotz seiner noch jungen Industrie schon mit Erfolg in. 
dem Wettkampf auf dem Weltmärkte aufgetreten. In Ruß 
land andererseits ist die Verschuldung der Bauern schon 
so groß, daß diese von ihren Gläubigern gezwungen werden, 
das Getreide zu Spottpreisen auf dem Halme zu verkaufen,, 
während in Indien die Löhne der Arbeiter so minimal sind,, 
daß sie die primitive Kultur mehr als ausgleichen. 
Die moderne Verbindung der Länder durch Dampf und 
Elektrizität hat der Entwicklung der europäischen Kultur-
	        
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