Die Bodenreform im Lichte des Freihandels.
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voraus, da die Fabrikanten gezwungen sein werden, ihre Werk
stätten zu schließen. Die Amerikanische Union hat einen
Plan, der in Wahrheit höchst einfach ist; sie verschließt vor
erst den amerikanischen Markt, und wenn sie mit ihren riesigen
Reichtümern ihre Industrie genügend entwickelt haben wird,
um allen Bedürfnissen zu genügen, wird sie den gesamten
Weltmarkt nehmen. Sie wird Freihändlerin werden, um nach
allen Plätzen der Welt frei gelangen zu können an dem Tage,
da sie nichts mehr von der fremden Konkurrenz zu fürchten
haben wird. Das ist das Programm! Da liegt die Gefahr!
Wenn Europa nicht ganz verrückt ist, muß Europa sich für
gewarnt ansehen und die Maßregeln des gemeinsamen Heils
treffen. Es ist hohe Zeit.“
Schon jetzt ist eine dauernde Abnahme des deutschen
Eisenexportes bemerkbar gewesen, wie folgender fach
männischer Bericht zeigt:
„Der Monat Juli 1890 setzte fort, was seine Vorgänger be
gonnen hatten, nämlich den Niedergang der deutschen Ausfuhr
und eine Zunahme der fremden Einfuhr. Letztere war besonders
stark bei Roheisen, dessen Gesamteinfuhr in den abgelaufenen
7 Monaten 260 687 t gegen 135 040 in 1889 betrug. Die
Einfuhr überwiegt also allein in den 7 Monaten um 125 647 t,
d. h. sie ist beinahe doppelt so groß wie im Vorjahre. Wenn
die deutschen Verbände sich die Aufgabe gestellt haben, regelnd
in die Marktverhältnisse einzugreifen, so kann man von einer
regelnden Hand in diesem Punkte leider nichts bemerken. Der
Mißerfolg deutet auf eine bemerkenswerte Unbeholfenheit und
unrichtige Beurteilung der Verhältnisse, denn sonst wären
solche betrübende Ziffern ganz unmöglich. Der Roheisenverband
wird daher die Frage einer Reorganisation sehr ernstlich in
Erwägung ziehen müssen, wenn er überhaupt noch Anspruch
auf Existenzberechtigung machen will. Wenn es so weiter
geht, wird England bis zum Jahresschluß Vs Millionen Tonnen
nach Deuschland gelegt haben, d. h. ungefähr Vs der Gesamt
produktion Deutschlands. Das ist zwar noch nicht unbedingt,
tödlich, viel aber bei einem Schutzzoll von 10 Mk. = 20—25 Pro
zent des Wertes: doch ein sehr übles Ergebnis. Soweit aus.
den statistischen Ziffern erkenntlich, sind die bisherigen Preis
ermäßigungen ohne jede Wirkung geblieben. In Stabeisen be
trug die Gesamteinfuhr in den abgelaufenen 7 Monaten 18 377 t
(10 425 t), sie ist also sehr wesentlich höher. Die Ausfuhr
betrug 65 206 t (104 696 t), ist also ganz bedeutend zurück
geblieben. Das Schmerzenskind der Eisenindustrie bleibt der
Artikel Draht. Es betrug in den 7 Monaten die Ausfuhr
65 135 t (99 265 t), der Rückgang also 34130 t, und in
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