Full text : Logik des Geldes

§  1.  Einleitung:  Alte  und  neue  Geldlehre.

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Damit  ist  freilich  etwas  angedeutet,  was  manchen  Leser
verstimmen  wird.  Es  mag  zwar  möglich  sein,  aus  einzelnen
Theorien  über  das  Geld  —  wenn  man  ihnen  nur  mehr  als  subjektive ­
  Bedeutung  zugesteht  —,  nützliche,  ja  eminent  bedeutsame ­
  Konsequenzen  für  die  Praxis  abzuleiten;  z.  B.  »richtige«
Maximen  für  die  Handhabung  des  Papiergeldes.  Aber  —
die  Bedeutung  dieser  und  anderer  Wissenschaft  steht  und
fällt  nicht  mit  ihrer  Anwendbarkeit  auf  die  Praxis.  Ist  doch
die  Wissenschaft  keineswegs  bloß  dazu  da,  um  Rezepte  für
die  Praxis  zu  geben,  existiert  sie  doch  vornehmlich  um  ihrer
selbst  willen.  Die  Theorie  des  Geldes  aber  will  Wissenschaft
sein,  sie  ist  wie  die  Philosophie  weniger  und  doch  mehr  als
Technik.  Wozu  sie  da  ist,  und  was  sie  nützt,  diese  Frage
ist  so  naiv  wie  gleichgültig.  Wenn  unter  den  Männern  der
Praxis  manche  sind,  die  dies  nie  zu  begreifen  vermögen,  so
können  wir  ihnen  nicht  helfen.
Dabei  ist  es  wieder  keineswegs  methodologische  Klarheit
allein,  was  über  die  Bedeutung  einer  Theorie  entscheidet.
Unter  den  Männern  der  Praxis,  die  in  naivem  Glauben  an  ihre
»Originalität«  und  in  größter  Unbefangenheit  hinsichtlich  des
Wesens  der  Wissenschaft,  oft  nur  zu  agitatorischen  Zwecken,
ihre  Gedanken  über  das  Geld  aussprechen,  sind  einzelne,
denen  wir  zuweilen  eine  Perle  verdanken,  einen  Einfall  von
größerer  heuristischer  Bedeutung,  als  mancher  farblosen  und
gedankenarmen  Studie  eines  Theoretikers  zukommt,  der  auf
die  Korrektheit  seiner  Methode  stolz  ist.  Und  es  liegt  wieder
in  der  Eigenart  der  Geldprobleme,  daß  wohl  kaum  irgendwo
anders  in  so  eminentem  Maße  wie  hier  die  Grenzen  zwischen
Wissenschaft  und  Praxis,  zwischen  theoretisch-analysierender
und  politisierender  Darstellung  fließende  sind  und  fließende
sein  müssen.  Bambergers  Schriften  gegen  den  Bimetallismus ­
  sind  trotz  ihres  politisierenden  Charakters  eine'  Fundgrube ­
  für  die  wissenschaftliche  Behandlung  des  Themas.
            
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