Full text: Logik des Geldes

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§ 5. Die Rangordnung der Zahlungsmittel. 83 
nämlich die Gebiete, die den Anfang und das Ende jedes Zah- 
lungsvvesens bilden, die Brücken vom Menschen zum Zah 
lungswesen und wieder zurück. Auch ein girales System, 
wohl die höchste Stufe jener Entwicklung, setzt doch immer 
Einlagen von irgendwelchem Stoffwerte als Grundlage für 
den Beginn und als Möglichkeit des Ausgleichs am Ende vor 
aus. Darüber wird man nie hinwegkommen, und da hegt 
die logische Grenze für die Möglichkeit eines stoffwertlosen 
Zahlungswesens: Anfang und Ende verlangen stoffwertvolle 
Befriedigung. 
Man wird also darauf verzichten müssen, die Geschichts 
philosophie des Geldes zu einfach darzustellen. Eine Lehre, 
die nur den Vorgang der allmählichen »Vergeistigung« des 
Geldes, die Verdrängung des Substanzwertes durch den 
Funktionswert (in falscher Anwendung der Simmelschen 
Lehre) betrachtet, bleibt für sich allein auch dann gefährlich, 
wenn sie nicht agitatorisch wirken will. Aber sie bleibt be 
rechtigt und notwendig neben einer anderen Betrachtungs 
weise. Unsere Skala, die das Verhältnis der Geldart zum In 
dividuum in Hinsicht auf schließliche Befriedigung als End 
zweck beleuchten will, ist ein ebenso berechtigter und not 
wendiger Bestandteil einer Geldtheorie wie die, welche die 
»Entkörperung« des Geldes darstellt. 
So soll also »Papierwährung mit Goldreserve für den Aus 
landsverkehr« (z. B. Heyn) nicht das allgemeine, nächst er 
reichbare Ziel moderner Währungspolitik bleiben? Wir 
reden hier gar nicht von einem »Sollen«, sondern wir ver 
suchen nur, die Forderungen der wirtschaftlichen Logik zu 
ermitteln. Wir prophezeien auch nicht. Welchen Weg die 
Entwicklung gehen wird, wissen wir nicht. Innerhalb eines 
freien, selbständigen, geordneten Staatswesens mag heute 
und für Jahrzehnte der »Goldkern« (Plenge) als das beste 
Sicherungsmittel endlicher Befriedigung erscheinen und — 
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