Full text: Logik des Geldes

§ 2. Die beiden in der Literatur herrschend. Orundauffass.d. Papiergeldes. 87 
hunderte ihre Vertreter gehabt. Bezeichnender ist schon 
der Gebrauch der von Knapp benutzten Ausdrücke: Me 
tallismus und Nominalismus, die wir übernehmen wollen. 
Wir verweisen dabei auf die kurze Skizze der ihnen zu 
grunde liegenden Geldauffassungen (S. 19 ff., 31 ff.). 
a) Der Metallismus erblickt das Wesen des Geldes im 
Metall, und nur vollwertiges Metallgeld ist ihm eigentliches 
Geld. Er sieht im Papiergeld kein selbständiges Geld, son 
dern nur eine Anweisung auf Metallgeld, eine Urkunde, 
die auf Metallgeld lautet, etwas Provisorisches, was einer 
Einlösung oder Umwechslung bedarf. Warum das Papier 
geld, insbesondere uneinlösliche Scheine mit Zwangskurs, 
nicht als selbständiges Geld gelten sollen, das wird ver 
schieden zu begründen gesucht. 
Papiergeld setze begrifflich das Metallgeld voraus, und 
nie habe historisch ein Papiergeld vor jedem Metallgeld 
existiert. Papiergeld könne nicht die Preise messen. Die 
Scheine trügen auch in der Regel den Aufdruck: »So und 
soviel Metallgeld zahlt die Österreichisch-Ungarische Bank 
usw.«... Es wird ferner hingewiesen auf den Wortlaut 
der Münzgesetze, die ein geprägtes Metallquantum als Wert 
einheit bezeichnen. Es wird darauf hingewiesen, daß Papier 
ein wertloser Stoff ist, und endlich wird gesagt: »Ein Staat 
gibt Papiergeld nicht aus geldtheoretischen Gründen aus, 
nicht der äußeren Zweckmäßigkeit wegen (Handlichkeit, 
Bequemlichkeit), sondern aus Mangel an Metall und Mitteln 
überhaupt, aus Finanznot. Papiergeld entsteht vorzugsweise 
in Kriegen und Krisen, derweil die Barzahlung der großen 
Banken eingestellt wird. Papiergeld ist etwas Anormales, 
Krankhaftes, ein Unglück. Es ist gefährlich, weil es un 
merklich vermehrt werden kann, und weil seine unheil 
vollen Wirkungen sich erst spät heraussteilen können. Un 
merklich führt es zur Verarmung der Völker. Es ist ein
	        
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