Full text : Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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1.  Jakob  Fugger.
Bilanz  vom  Jahre  1527,  welche  auch  den  Vermögensstand  vom  Jahre  1511  nachweist, ­
  also  die  Zunahme  des  Vermögens  klar  übersehen  läßt.
Am  14.  Februar  1511  betrug  das  Vermögen  der  Fuggerschen
Handlung  an  liegenden  Gütern,  Häusern,  Hausrat,  Silber-  nn0 oA
geschirr  st.  70  884
davon  erhielt  der  Mannesstamm  ein  Drittel  im  voraus  ....  .  „  23  628
und  es  verblieben  also  für  gemeinsame  Rechnung  für  Jakob  Fugger,
sowie  die  Erben  von  Ulrich  und  Georg  im  Handel  st-  ^7
dazu  kamen  an  sonstigen  Aktiven  (Waren,  Ausständen,  Geld
und  Geldeswert)  •  "  Zlj2ü '
zusammen  fl  260  463
ab  Ausgaben  für  eine  Stiftung  "•  ■  »  15  000
fl.  245  463
und  zwar  gehörten  hiervon  ü
Jakob  Fugger  &  A999
Ulrich  Fuggers  Erben  '  «  "'“ff
Georg  Fuggers  Erben  —?!  .  ■-fl.
  24o  463
davon  wurden  an  verschiedene  Familienmitglieder  ausgeteilt  .  .  -  •  »  48  672
Der  Rest  von  fl  196  791
bildete  das  Handelskapital,  mit  dem  die  Firma  von  neuem  zu  arbeiten  begann.
Dagegen  befaß  die  Handlung  am  Ende  des  Jahres  1  52  7  an
liegenden  Gütern,  Häusern  usw  st.
an  Waren,  Ausständen  usw  "  1
zusammen  fl.  2  032  652
hiervon  gingen  zunächst  ab  für  eine  Stiftung  ü  11 1—
es  verblieben  also  sl.  2  021  202
und  abzüglich  des  Anlagekapitals  von  1511  "  ^
verblieb  für  17  Jahre  ein  Gewinn  von  •  •  .'*•
d-  h.  927  %  für  den  ganzen  Zeitraum  oder  541/2  %  Im  Durchschnitt  sur  ;edes  Jahr.
Jakob  Fugger  starb  kinderlos,  und  die  Fuggerfche  Handlung  gmg  daher  nach
seinem  Tode  in  die  Hände  seiner  Brüdersöhne  über,  welche  seit  1510  schon  Teilhaber
gewesen  waren.  Jakobs  zweites,  erst  wenige  Wochen  vor  seinen,  Tode  (am  22.  Dezember) ­
  verfaßtes  Testament  traf  hierüber  folgende  Bestimmungen:  Da  der  älteste
Neffe  Hieronymus  sich  bisher  nicht  als  brauchbar  für  den  Handel  erwiesen  und  an
dessen  Leitung  sich  auch  nicht  beteiligt  hatte,  und  da  Jakob  vermutete,  daß  dies  sich
nicht  ändern  werde,  so  bestimmte  er,  daß  die  beiden  anderen  ihn  überlebenden  Neffen
Raymund  und  Anton,  die  ihm  schon  bei  Lebzeiten  geholfen  hatten,  nach  seinem  Tode
die  Leitung  des  Geschäfts  übernehmen  sollten.  Da  ferner  Raymund  nicht  körperlich
kräftig  genug  war,  um  Handelsreisen  und  sonst  viele  Arbeit  zu  übernehmen,  so  sollte
Anton  Macht  haben,  die  Handlung  alleinnacheigene  m  G  e  fairen  und
Gutdünken  zu  verwalten,  ganz  in  derselben  Art,  wie  Jakob  dies  getan  hatte
Damit  war  die  Wahrung  des  monarchischen  Prmzrps,  das  m  der  Leitung  dieses
gewaltigsten  aller  deutschen  Handelshäuser  seit  dem  Tode  der  Bruder  ^akob  Fuggers
geherrscht  hatte,  auch  für  die  nächste  Generation  sichergestellt:  ein  neues  Blatt  m  der
Geschichte  der  Familie  war  aufgeschlagen;  auf  ihm  lesen  wir  den  Namen  Anton
Fugger.
            
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