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Gewohnheit der Selbsterniedrigung zur Folge haben
mußte.
Wenn es also z. B. unserer Regierung einfiele, zu
verordnen: keine Zeitung darf ferner erscheinen, welche
nicht mit fingergroßen Buchstaben die Überschrift trägt:
„Das Volk ist eine Kanaille," nun, so ist gar keinen
Augenblick zu zweifeln — denn das Geschäft bringt es
so mit sich! —, daß unsere liberalen Blätter erscheinen
würden mit der fingergroßen Überschrift: „Das Volk
ist eine Kanaille!" Und nicht nur das, sondern sie
würden uns jetzt auch noch beweisen, daß das gerade der
höchste Grad echter Überzeugungstreue und wahrer Liebe
zum Volke sei, daß es der notwendige neue Kom
promiß des öffentlichen Geistes sei, zu sagen: „Das Volk
ist eine Kanaille!"
Wenn jemand Geld verdienen will, so mag er Kotton
fabrizieren oder Tuche oder auf der Börse spielen. Aber
daß man um schnöden Gewinstes willen alle Brunnen
des Volksgeistes vergifte und dem Volke den geistigen
Tod täglich aus tausend Röhren kredenze es ist
das höchste Verbrechen, das ich fassen kann! (Lang
anhaltendes, sich immer wieder erneuerndes Bravo!)
Denkt Euch aber noch weiter die notwendige Rück
wirkung, welche die geschilderte Arbeit der Zeitungen
auf die Beschaffenheit der Zeitungsschreiber selbst aus
üben muß. Ihr wißt, wie der Arbeiter die Arbeit, so
bestimmt wieder in hohem Grade wechselwirkend die
Arbeit die Beschaffenheit des Arbeiters. Das lukrative
Annoncengeschäft hat den Zeitungseigentümern die
Mittel gegeben, ein geistiges Proletariat, ein stehendes
Heer von Zeitungsschreibern zu unterhalten, durch welches