9. Der Norddeutsche Lloyd.
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lande ein neues Interesse für die Größen des deutschen Wirtschaftslebens Bahn, die
Verdienste des Kaufmanns erfahren eine neue Würdigung, wie man sie in Zeiten
politischer Ohnmacht vergessen hatte, und neue Chronisten stehen in Deutschland auf,
die von Ballin sagen dürfen, was im mittelalterlichen Heiligen Römischen Reich
Deutscher Nation ein Klemens Sender von Jakob Fugger schrieb: sein Name sei in
allen Königreichen und Landen, auch in der Heidenschaft bekannt gewesen; Kaiser,
Könige, Fürsten und Herren haben zu ihm ihre Botschaft geschickt; alle Kaufleute der
Welt haben ihn einen erleuchteten Mann genannt; er sei eine Zierde des ganzen
deutschen Landes gewesen.
9. Der Norddeutsche Lloyd.
Von der Literarischen Abteilung des Norddeutschen Lloyd.
Im Jahre 1847 war das erste Dampfschiff von Bremen nach New Jork abgegangen.
Dieser Dampfer trug den Namen „Washington" und gehörte der unter Mitwirkung
des Bremischen Staats, benachbarter deutscher Staaten und einflußreicher
Deutscher in New Jork begründeten Ocean 8. 8. Navigation Company, der ersten
Gesellschaft, die zwischen dem Kontinent und den Vereinigten Staaten eine regelmäßige
Dampferlinie eröffnete.
Zehn Jahre später, nachdem kurz vorher die Ocean 8. 8. Navigation Company
ihren Dienst eingestellt hatte, erfolgte die Gründung desNorddeutschenLloyd.
Am 3. Januar 1857 fand die erste Versammlung des provisorischen Verwaltungsrats
statt, der aus den Leitern erster Bremer Handelshäuser bestand. Die Hauptbestimmungen
des Statuts gingen dahin: „Zweck der Gesellschaft ist, regelmäßige Dampfschiffahrtsverbindungen
mit europäischen und transatlantischen Ländern herzustellen,
Fluß- und Seeassekuranzen zu übernehmen, den bisherigen Dampferverkehr für Personen
und Güter, sowie für den Schleppdienst von Fluß- und Seeschiffen auf der
Weser und deren Nebenflüssen oberhalb und unterhalb Bremens zu erhalten und zu
erweitern." Als Grundkapital wurde die Summe von 3 Millionen Talern Gold festgesetzt.
Bereits am 20. Februar 1857 konnte die Gründung des Norddeutschen Lloyd
als Aktiengesellschaft erfolgen. An der Spitze des Verwaltungsrats stand der Konsul
H. H. Meier, der mit Recht der Vater des Norddeutschen Lloyd genannt wird.
Konsul H. H. Meier war für die große Aufgabe, die ihm beschicken war, aufs beste
vorbereitet. Er hatte seine kaufmännische Ausbildung in dem Reedereigeschäft seines
Vaters genossen und durch längeren Aufenthalt in England und Amerika die treibenden
Kräfte im großen Handel und Verkehr kennen gelernt. Dem neuen Unternehmen
wurde nicht nur in Bremen, sondern auch in vielen Teilen Deutschlands die
lebhafteste Sympathie entgegengebracht. Wenn es auch auf der anderen Seite viele
kopsschüttelnde Zweifler gab, so sollten gerade diese bald Respekt vor dem kühn vorwärtsstrebenden
Mute der Bremer Kaufleute bekommen. Die Leitung der Geschäfte
des Lloyd lag von Anfang an in guten Händen. Neben Meier, der seine starke
Energie, seine praktische Einsicht, seine vielseitigen Kenntnisse und seine großen Arbeitskräfte
in den Dienst des neuen Unternehmens stellte, stand als erster Direktor Erüsemann,
von dem die Anregung zur Gründung des Norddeutschen Lloyd ausgegangen
war, und der sich um das Gedeihen der Gesellschaft unvergängliche Verdienste erworben
hat.
Während des ersten Betriebsjahres wurde mit drei kleinen Dampfern, „Adler",
„Möve" und „Falke", eine Linie nach England betrieben, ferner wurde ein
Schleppdienst aufderWefer eingerichtet, der einige Jahre später nach Hamburg
ausgedehnt wurde. Für die Linie nach N e w B o r k, die sofort in Angriff ge