Object: Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

REGELUNG DER STRECKENREKLAME 
Kosten trägt, ähnlich wie bei den Gesundheitsschutzge- 
setzen, die Grafschaftskasse. Übertretungen der Schutzver- 
ordnungen unterliegen Strafen bis zu 5 Pfd. Sterl. und nach 
erfolgter Verurteilung bis zu I Pfd. Sterl. für jeden Tag der 
fortgesetzten Zuwiderhandlung. 
Das preußische Gesetz gegen die Verunstaltung 
landschaftlich hervorragender Cregenden vom 2. Juni 1902 
ermächtigt die Landespolizeibehörden zur Verhinderung deı 
Verunstaltung landschaftlich hervorragender Gegenden solche 
Reklameschilder und sonstige Aufschriften und Abbildungen, 
welche das Landschaftsbild verunzieren, außerhalb der ge- 
schlossenen Ortschaften durch Polizeiverordnung auf Grund 
des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 
1883 (Gesetz-Samml. S. 1953) zu verbieten, und zwar auch für 
einzelne Kreise oder Teile derselben. Ähnliche Vorschriften 
wurden auch in anderen Staaten erlassen. 
Trotz alledem ist es nicht gelungen, die Streckenreklame 
zu beseitigen; im Gegenteil, es werden sogar Bergwände 
(s. Abb. 103) und Felsstücke hiezu benützt. So ist z.B. 
an der Autostraße Meiringen—Göschenen (Schweiz) ein 
großer Felsblock von der gegenüberliegenden Bergwand ab- 
gestürzt. Derselbe wurde braun angestrichen und propagiert 
in großen Lettern die Erzeugnisse einer Schokoladefabrik in 
St. Gallen. 
e) Die Postreklame. 
Obwohl die Post als ständig organisierte Einrichtung 
bereits auf das Jahr 15300 zurückreicht (der Name leitet sich 
von statio posita —- Relaisstation für Boten und Pferde ab), 
wurden ihre Einrichtungen von der Reklame erst sehr spät 
benutzt. Der Grund hiefür ist darin zu suchen, daß einerseits 
die Reklame erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts 
wirklich großen Umfang annahm und anderseits zu dieser Zeit 
die Post bereits überall eine staatliche Einrichtung war und 
gerade die Staatsverwaltungen bis in die allerjüngste Zeit als 
nicht sehr reklamefreundlich zu bezeichnen waren. Großen 
Umfang nahm die Postreklame erst in der Nachkriegszeit an, 
als die Notwendigkeit der Ausnützung jeder Einnahmsmöglich- 
keit, besonders in den besiegten Staaten alle Bedenken kurzer- 
hand beseitigte.
	        
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