Die Gruppe der Unentwegten
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obacbtung und Erfahrung die Eroberer, daß die Freiheit produk
tiver ist, als die Knechtschaft. Je notwendiger die kriegerische
Konkurrenz ihnen die Mehrung ihrer Kräfte und Hilfsmittel er
scheinen läßt, um so eher sind sie zum Verkauf der Freiheit
an die Unterjochten geneigt. So verschwindet die Unfreiheit
graduell. Je vollkommener die Freiheit wurde, je allgemeiner
die meisten Produktionszweige durch Beseitigung der Monopole
aller Art zugänglich wurden, desto mehr konnte sich die Pro
duktion unter dem Antrieb einer neuen Art von Konkurrenz,
der 'produktiven oder wirtschaftlichen verbessern.
Die Sklaverei, die Hörigkeit und Leibeigenschaft, die Ge
meinschaften nach Art des russischen Mir, das Zunftwesen des
Mittelalters waren die Etappen, durch welche die arbeitende
Menschheit hindurch mußte, um zur Freiheit zu gelangen,
welche das Maximum der produktiven Kräfte zur Entfaltung
bringt.
Unter dem doppelten Angriff der Gesetze der Kraftersparnis
und der Konkurrenz haben die technischen Fortschritte in den
Künsten der Zerstörung, der Regierung und der Produktion dazu
beigetragen, den Kriegen ein Ende zu machen, indem sie eine
Lage der Dinge schufen, in welcher der Krieg unproduktiv und
schädlich geworden ist, nachdem er vordem produktiv und
nützlich gewesen war 1 ).
Unter den Urmenschen und Raubtieren war der Krieg die
nützlichste und produktivste Form der Konkurrenz. Auch für
die Jägerhorden und Raubmenschen blieb der Krieg gegenüber
den andern Raubmenschen und den friedlichen Varietäten
produktiver als jeder andere Arbeitszweig, jede andere Form,
sich den Unterhalt zu verschaffen. Die Produktivität des Krieges
stieg noch, als man die überwundenen Stämme nicht mehr ver
nichtete oder verzehrte, sondern zu Sklaven machte. Auch
unter den zivilisierten Völkern blieb der Krieg vorerst eine
Notwendigkeit. Er war direkt produktiv für den Sieger, dessen
Territorium sich erweiterte und dessen Sklavenscharen sich
mehrten, indirekt produktiv für alle Konkurrenten, weil der
Krieg und die Kriegsbereitschaft die Kampffähigkeit der Völker
erhielt und vergrößerte.
*) ibid. p. 19 ff.