Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

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  Die  gegenwärtige  Lage  der  liberalen  Schule
gangenheit  gehabt.  Mit  dem  Wegfall  der  kriegerischen  Konkurrenz ­
  ist  es  aber  völlig  zwecklos  geworden  und  kann  nur
schädlich  wirken.
In  den  ersten  Zeiten  der  Kultur  gab  es  fast  ausschließlich
nur  innern  Tausch.  Außenhandel  gab’s  nur  für  eine  kleine
Anzahl  von  Luxus  waren.  Eine  Verkehrsunterbrechung  in  Kriegszeiten ­
  beraubte  also  die  Völker  weder  der  Existenz,  noch  der
Verteidigungsmittel.  In  dem  Maße  aber,  als  sich  Industrie  und
Verkehrsmittel  entwickelten,  nahm  der  Außenhandel  zu.  Da
zeigte  sich  die  natürliche  Inkompatibilität  des  Außenhandels  und
des  Krieges.  Weil  der  Außenbezug  von  zur  Existenz  notwendigen ­
  Gütern  im  Kriegsfall  in  Frage  gestellt  werden  konnte,
so  konnte  es  nützlich  erscheinen,  den  Handel  damit  zu  unterdrücken. ­
  Allerdings  hatte  man  in  diesem  Falle  teurere  Preise
für  die  im  Inland  hergestellten  Produkte  zu  zahlen,  als  wenn
man  sie  vom  Ausland  bezogen  hätte.  Der  Preisunterschied
stellte  eine  Prämie  dar  für  die  Sicherheit  und  das  Vorhandensein ­
  von  Existenzmitteln  im  Kriegsfall.  Andererseits  sicherte
der  Schutzzoll  eine  Verwendungsgelegenheit  für  die  im  Inland
vorhandenen  Kapitalien  und  Arbeitskräfte  zu  einer  Zeit,  wo
sie  draußen  nur  schwer  und  unsicher  zu  verwerten  waren.
Auch  vermehrte  er  die  innere  Produktion  der  geschützten
Güter,  wenn  er  auch  die  Gesamtproduktion  verringerte.
Das  Schutzzollsystem  ergänzte  also  die  allgemeine  äußere
Politik  des  Kriegszustandes.  Es  schloß  Handelsbündnisse  und
-Verträge  nicht  aus,  ordnete  diese  aber  den  politischen  Bündnissen ­
  unter.  Resultat  desselben  war  aber  Vermehrung  der
Lasten  für  die  Allgemeinheit  der  Kulturvölker,  weil  die  einheimischen ­
  Konsumenten  den  einheimischen  Produzenten  für
die  geschützten  Produkte  mehr  zahlen  mußten,  als  wenn  der
Handel  frei  gewesen  wäre,  und  Verringerung  der  Produktivkraft
der  Menschheit,  wegen  der  künstlichen  Züchtung  der  verschiedenen ­
  Gewerbe  an  ungünstigem  Standort.  Das  war  aber  nur
der  geringere  Schaden  des  Kriegszustandes  und  der  ihm  angepaßten ­
  Handelspolitik.
In  dem  Maße,  als  sich  die  wirtschaftliche  Konkurrenz
entwickelte,  hat  sich  über  alle  Zoll-  und  politischen  Grenzen
hinaus  ein  Wirtschaftsstaat  gebildet,  in  welchen  jedes  Volk  seinen
            
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