Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

Die  Gruppe  der  Unentwegten

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noch  Marktkenntnis.  Uebrigens  bleiben  die  Arbeitsorganisationen ­
  machtlos  an  denjenigen  Orten  und  in  denjenigen  Berufen, ­
  wo  das  Angebot  die  Nachfrage  übersteigt.  Hier  kann  nur
Mobilisierung  der  Arbeit  dem  Raume  nach  helfen  und  diese
kann  nur  eintreten  „durch  Schaffung  eines  Zwischenfaktors,  der
Arbeitsproduktion  und  Arbeitshandel  trennt.  Heute  muß  der
Arbeiter  noch  zumeist  die  beiden  natürlich  voneinander  verschiedenen ­
  Funktionen  des  Arbeitsproduzenten  und  des  Händlers ­
  in  Arbeit  verrichten.  Für  letztere  besitzt  er  weder  Zeit,
noch  Mittel,  noch  nötige  Marktkenntnis.  Allem  Anscheine  nach
wird  der  Handel  in  Arbeit  in  absehbarer  Zukunft,  ähnlich  dem
Handel  in  Getreide  und  Massenkonsumartikeln  und  so,  wie  er
es  zur  Zeit  der  Sklaverei  war,  von  Privatunternehmern  organisiert ­
  werden,  welche  mit  Kapitalien  gut  versehen  sind  und
prompte  und  sichere  Informationsmittel  besitzen,  um  regelmäßig ­
  die  Arbeit  von  dort,  wo  deren  Angebot  die  Nachfrage
übersteigt,  an  Orte  zu  schaffen,  wo  die  Nachfrage  höher  ist  als
das  Angebot“ 1 ).  Das  sind  Molinaris  Arbeitsbörsen,  von  denen
er  die  Lösung  der  sozialen  Frage  erwartet!
6.  und  7.  Selfgovernment  und  angängige  Bevormundung.  Eine
unparteiische  Untersuchung  der  Ursachen  der  heutigen  Leiden
der  Arbeiterklasse  zeigt,  daß  „die  Unfähigkeit  der  Arbeiter,  ihr
persönliches  Kapital  zu  verwalten“,  der  Mangel  an  individueller
Selbstführung  die  Hauptschuld  an  allem  Übel  trägt 2 ).
Die  „Verwaltung  des  persönlichen  Kapitals“  verlangt  Sparsinn ­
  und  Voraussicht;  sie  erheischt  eine  Verteilung  des  Einkommens ­
  auf  die  gegenwärtigen  und  die  zukünftigen  Bedürfnisse, ­
  sowie  auf  die  Wiedererzeugung  des  persönlichen  Kapitals.
Dem  Sklavenbesitzer  war  diese  Verteilung  leicht;  er  legte  dem
Sklaven  einfach  die  seinen  Interessen  entsprechenden  Regeln,
Unterhalt  und  Zeugung  betreffend,  auf.  Der  freie  Arbeiter,  der
sich  selbst  diese  Regeln  auferlegen  soll,  hat  häufig  nicht  die  genügende ­
  Kenntnis  von  seinem  Interesse  und  hat  außerdem
Schwierigkeiten  und  Versuchungen  zu  überstehen,  welche  der
Sklavenbesitzer  nicht  kannte.  Er  muß  Faulheit,  Trunksucht
und  Geschlechtstrieb  selbst  bekämpfen,  was  früher  für  ihn  der

*)  ibid.  p.  388.
s )  ibid.  p.  341  ff.  und  p.  410  ff.
            
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