Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

Die  Gruppe  der  Geschäftsmänner

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Stellungsprozesse  allgemeiner  und  besser  bekannt  und  weitgehend
festgelegt  sind 1 ).
Andererseits  haben  die  Löhne  die  Tendenz,  in  erster  Linie
durch  die  Produktivität  der  Arbeit  bestimmt  zu  werden;  da
aber  allgemein  der  Fortschritt  der  Technik  die  Produktivität
der  Arbeit  erhöht,  so  erscheint  das  Steigen  der  Löhne  als  eine
für  unsere  Zeit  normale  Tendenz.  Sie  wird  durch  zahllose
Beobachtungen  für  die  überwiegende  Mehrzahl  der  Berufszweige
bestätigt 2 ).
Das  Resultat  dieser  Gruppe  zusammenhängender  Erscheinungen ­
  :  Sinken  des  Zinsfußes,  der  Grundrente  und  des  Unternehmergewinns, ­
  Steigerung  der  Konkurrenz  und  der  Löhne,
dazu  Fallen  der  Preise  der  Massenkonsumartikel  ist  nun  eine
Tendenz  zu  größerer  wirtschaftlicher  Gleichheit  der  verschiedenen
Klassen  der  menschlichen  Gesellschaft.  Diese  Tendenz  ist  die
glänzendste  Rechtfertigung  für  die  heutige,  auf  Freiheit  der
Arbeit  gegründete  Wirtschaftsordnung.  Man  kann  sie  nicht
genug  betonen.  Lerò  y-Beaulieu  rühmt  sich,  durch  deren
Erweis  die  von  der  liberalen  Schule  arg  vernachlässigten  Verteilungsfragen ­
  in  den  Vordergrund  gerückt  zu  haben.  Er  scheint
zu  vergessen,  daß  Bas  ti  at  bereits  dieselbe  Tendenz  zur  Gleichheit ­
  als  einerseits  aus  der  Konkurrenz,  andererseits  aus  dem
Sinken  des  Zinsfußes  und  dem  Steigen  der  Löhne  hervorgehend,
gepriesen  und  sie  als  eine  der  hauptsächlichsten  wirtschaftlichen
Harmonien  hingestellt  hatte 3 ).  Bastiat  hatte  sich  allerdings
mit  einer  oberflächlichem  Beweisführung  begnügt.  Leroy-Beaulieu
  stützt  sich  seinerseits  auf  detailliertes,  empirisches
Beweismaterial;  doch  unterschätzt  er  die  Bedeutung  entgegenwirkender ­
  Tendenzen,  wie  z.  B.  diejenige  von  Kartellierungen
und  Monopolbildungen,  und  zweitens  ist  er  viel  zu  rasch  bei
der  Hand  mit  verallgemeinernden  Schlußfolgerungen  aus  Beobachtungen, ­
  welche  in  der  Hauptsache  nicht  über  Frankreich,
noch  über  die  letzten  drei  Jahrzehnte  hinaus  reichen.  Damit
fällt  er  zurück  in  den  alten  Fehler  der  liberalen  Schule.  Man
muß  jedoch  anerkennen,  daß  die  ernstliche  Berücksichtigung
')  Traité,  Bd.  II,  p.  210  ff.
2 )  Traité,  Bd.  II,  p.  295  ff.
3 )  Bastiat,  Harmonies  économiques,  Gesamtausgabe  von  1855—1856
Bd.  VI,  Kap.  7,  p.  223  ff.
de  Waha,  Die  Nationalökonomie  in  Frankreich.

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