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(1527) 1882 Mai 20
quent[er], fast sogar als in Dr. Müllners Tragödien, schauerlich
offenbart. Warum erklärt Kunemann (und ich wußte das vorher
„erfahren‘“) dies Bronchitische so „chronisch“? Weil in der gan-
zen Riviera das‘ Wetter so ungewöhnlich schlecht, anormal sich
wandte; doch meinte er, dies sei vielleicht sofern normal, als das
Wetter von Januar bis Beginn Mai zu wenig Regen ge-
bracht, fast gar keinen; ein zuschönes warmes Wetter; eine Reaktion
müsse dagegen eingetreten worden sein. Ich erklärte ihm daraus
einfacher, daß dies alles meiner Ankunft von Algier schulde; mit
4. Mai brachte ich Regen nach Marseille und nach einigem Wider- zo
streben nahm das Wetter — mutatis mutandis — den von mir
aben durchfahrnen Charakter des Algierschen „Unwetters“ am
jetzigen Ort meiner Anwesenheit an. Es gehört viel Geduld,
namentlich auch Seitens meiner Briefadressaten. Solche repetitio
zu langweilig. Nutzloser, inhaltloser, dazu teurer Lebensgang! =
Morgen schreib ich an Tussy, da ihr unbeantworteter Brief vom
ältesten Datum. Heute geniert mich, da die durch v6sicatoire ge-
bildete neue Haut noch die Tendenz bei Bücken hat, sich peinlich
an Wams oder an Leinen zu reiben. Notabene: Was ich an die Kin-
der schreibe, ist die Wahrheit, aber nicht di eganze. Wozu sie z
ängstigen?
Dein Mohr.
Dr. Kunemanns Irrtum über meinen Charakter als „ärzt-
lichen“ Kollegen klärte sich, als er beim ersten Besuch
schließlich Zahlung verweigerte; war um so süßer, wenn er unter- 25
:ichtet, daß ich Laie, also auch zu „.blechen“
1528. Marx an Engels in London; [Monte Carlo]
1882 Mai 30.
30. Mai 1882.
Dear Fred,
Seit der am 23. Mai stattgehabten Applikation (der 3. in Monte
Carlo) von v6sicatoire hatte ich zwar vor heute spätere Rendezvous
mit Dr. Kunemann, aber nur betreffs des „Bronchialitischen“,
Quoad Pleuresie fand dagegen heute lange Schlußexamina-
tion; das &panchement ist „Weg“; was bleibt, ist sogenannte z
irockne Pleuresie; es ist keine Feuchtigkeit mehr im Weg;
aber es bleibt das Knistern von einem Fell über anderm, um die
Sache falsch populär auszudrücken. Er glaubt es für nützlich, daß
ich heute noch ein Vesicatoire zu guter Letzt appliziere, dann aber
für ein paar wenige Tage nach Cannes emigriere und da- «
rauf nach Paris trollen könne.