Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

274  Die  katholischen  und  verwandten  Schulen  in  der  Gegenwart

gemeine  Orientierung  über  Geschichte,  wirtschaftliche  Lage  und
lokale  Verhältnisse  des  Industriezweiges,  dem  der  zu  beobachtende ­
  Betrieb  angehört,  verlangt.  Daran  schließt  sich  alsdann
eine  möglichst  detaillierte  Erforschung  der  finanziellen  und
kommerziellen  Organisation  des  zu  beobachtenden  Betriebes.
Der  zweite  Teil  behandelt  in  mehreren  Abteilungen  und
Unterabteilungen  die  Arbeitsorganisation  und  Arbeiterverhältnisse: ­
  Gliederung  des  Betriebes,  Rekrutierung  und  Verteilung
des  Personals,  Löhne,  Arbeitszeit,  Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen ­
  (staatliche,  patronale  und  solche  der  Selbsthilfe,  zu
welch  letzteren  Cheysson  die  Syndikate  und  alle  Arten  von
Genossenschaften  rechnet).  Mit  der  Frage  nach  den  Sitten  der
Arbeiterfamilien  und  der  Art  der  Beziehungen  zwischen  Arbeitern ­
  und  Arbeitgebern,  welche  das  Schema  abschließen,
greift  Cheysson  in  die  Familienmonographie  über.  Nichts
hindert  übrigens,  daß  im  Anschluß  an  eine  Arbeitsstättenmonographie ­
  eine  oder  mehrere  Monographien  der  in  Betracht  kommenden ­
  Arbeiterfamilien  aufgenommen  werden 1 ).
Einen  dritten  Rahmen  hat  Cheysson  für  die  Monographien ­
  von  (Landgemeinden  (Monographie  de  Commune)
aufgestellt.  Derselbe  wurde  dem  internationalen  statistischen
Kongreß  1895  in  Bern  vorgelegt.  Er  soll  dazu  dienen,  Fragen
wie:  Bevölkerungswesen,  Ein-  und  Auswanderung,  Verhältnis
von  Groß-  und  Kleingrundbesitz,  Groß-  und  Kleinindustrie  usw.
zu  konkreter  Darstellung  zu  bringen.  Gemeindemonographien
gibt  es  allerdings  schon  in  großer  Anzahl  für  alle  Kulturländer.
Aber  abgesehen  von  deren  sehr  ungleichem  Wert  und  schweren
Vergleichbarkeit  behandeln  weitaus  die  meisten  nur  die  Geschichte
ihrer  Gemeinde.  Cheysson  weist  nun  die  lokalgeschichtlichen
Aufzeichnungen  nicht  als  gänzlich  interesselos  ab;  für  ihn  ist
aber  die  gegenwärtige  wirtschaftliche  und  soziale  Lage  der
menschlichen  Niederlassungen  die  Hauptsache.  Demgemäß
möchte  er  denn  auch,  daß  in  allen  (Land)gemeinden  Frankreichs, ­
  und  so  weit  als  möglich  auch  aller  übrigen  Länder,
ortsansässige  Gebildete  die  Ausarbeitung  von  Monographien  der
betreffenden  Ortschaft  nach  dem  von  ihm  ausgearbeiteten  einheitlichen ­
  Plane  in  Angriff  nähmen.  Der  offiziellen  Statistik

i)  ibid.  p.  785  ff.
            
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