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Der Interventionismus an den Universitäten
und dem Zusammenwirken vieler Zeitgenossen verdankt. Daraus
entwickelt sich die Bereitwilligkeit, Opfer für die Besserung der
Lage der Arbeiterklassen zu bringen 1 ).
Es genügt jedoch nicht, die allgemeine Idee eines demokratischen
Ideals der Prüfung durch die historische Methode
zu unterwerfen. Dieses Ideal bleibt sehr unbestimmt, wenn man
es nicht zu einem Organisationsprogramm ausarbeitet, dessen
Linien genau gezeichnet sein müssen. Hier gilt es nun besonders,
um sich vor Irrtümern und abenteuerlichen Zukunftsvisionen
zu schützen, sich gewissenhaft an die realistische Beobachtung
der vorhandenen Entwicklungskräfte zu halten. Wir
können Bourguin unmöglich in alle Details des Organisations-Programms,
das er aus den Entwicklungstendenzen der Gegenwart
induziert, folgen. Wir wollen nur einige Hauptzüge desselben
skizzieren.
Das Privateigentum wird in der Wirtschaftsordnung der Zukunft
durch die Steuergesetze und die Ausdehnung der Arbeiterschutzgesetze
von seinem absoluten Charakter einbüßen und
sich eine „Legierung“ mit kollektiven Rechten gefallen lassen
müssen. Das kollektive Eigentum wird eine große Ausdehnung
erfahren 2 ).
Die Wohlfahrtseinrichtungen der Arbeitgeber scheinen gegenüber
dem self help der Arbeiter zum Rückgang verurteilt 3 ). Die
Berufsvereine der Arbeiter haben eine große Zukunft. Nichtsdestoweniger
bleibt die fortschreitende Entwicklung der Arbeiter-1)
ibid. p. 354—355.
2 ) ibid. p. 385—386.
3 ) Aber deswegen soll sich doch der Arbeitgeber keineswegs auf die Rolle
eines Arbeitskäufers beschränken. Der Arbeitgeber der Zukunft wird seine Arbeiter
nicht als Untergebene und Beschützte, sondern als Menschen behandeln,
welche Rechte haben, die den seinen gleich sind. Diese Rechte freier Männer
wird er den Arbeitern nicht nur in ihrem Privatleben, in ihrem Gewissen und
in der Ausübung ihrer politischen Rechte, sondern auch an der Arbeitsstätte,
als Kontrahenten im Arbeitsvertrag, anerkennen. Er wird sich an den gerechten
Lohn und die normale Arbeitszeit, welche unter Anerkennung durch die Gewerkvereine
für seinen Bezirk und sein Gewerbe gelten, halten. Er wird loyal mit
den Arbeiterorganisationen unterhandeln. Er wird für die Hygiene, die Annehmlichkeit,
die Ästhetik der Arbeitsstätte sorgen. Will er absolut Wohlfahrtseinrichtungen
errichten, so möge er es für die Kinder tun. Diejenigen, welche
die Erwachsenen angehen, überlasse er der Initiative und Leitung der Arbeiter,
ibid. p. 360 ff.