Der Solidarismus bei Charles Gide
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aus denen sie beiderseits geschöpft, zurückzulassen. Andererseits
hat er aber mit der Solidaritätsidee einen solideren Bau errichtet,
als Léon Bourgeois. Daß sich der restlosen Vergenossenschaftlichung
des Wirtschaftslebens, wie Gide sie programmmatisch
entwickelt, bis auf weiteres unüberwindliche Hindernisse ^
entgegenstellen, verhehlt er sich nicht. Aber hier tritt bei ihm
der Zukunftstraum, der sich leichtbeschwingt über die derzeitigen
realen Bedingungen des Wirtschaftslebens hinaushebt, in seine
Rechte. Bourguin hat die Grenzen, bis zu denen sich dem
Gide sehen Zukunftsstaat Möglichkeiten der Verwirklichung eröffnen,
scharf gezeichnet. Wir verweisen auf sein oben wiedergegebenes
Urteil 1 ).
Es ist Gide hoch anzurechnen, daß er mehr noch als
Levasseur und Marshall gezeigt hat, wie der Historismus in der
Nationalökonomie sich sehr gut mit dem Festhalten an Naturgesetzen
des Wirtschaftslebens verträgt. Sein weiteres Verdienst
ist es, Anschauungen und Gedankengänge der vorachtundvierziger
Sozialisten für die moderne Wissenschaft fruchtbar gemacht
und dem öden Kollektivismus gegenüber zur Geltung gebracht
zu haben. Ob die Gidesche Solidaritätsidee bei ihrem pessimistischen
Zuge sich in der Wissenschaft definitiv einbürgern
wird, erscheint fraglich. Immerhin hat sie im Dienste edler
Gefühle eines hochherzigen Mannes dazu beigetragen, Mittel und
Wege nachzuweisen, um vorhandenes Elend und bestehende Ungerechtigkeiten
aus der Welt zu schaffen.
b Siehe oben p. 385.