Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

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Der  Protektionismus

dieser  Tatsachen  nimmt  es  nicht  Wunder,  daß  der  Bauer  auch
jetzt  noch  einen  schweren  Stand  hat,  und  daß  das  Kapital  sich
vom  Ackerbau  fern  hält.  Ebenso  dringend  nötig  wie  die  Steuererleichterung ­
  ist  die  des  Grundstückverkehrs,  ohne  daß  man
jedoch  bis  zur  Torrensakte  zu  gehen  braucht.
Andere  Mittel  zur  Bekämpfung  der  Landflucht  sind  Erziehung ­
  und  Unterricht.  Da  die  Industrie  so  viele  Landbewohner ­
  hypnotisiert,  muß  man  bestrebt  sein,  ihnen  in  nachdrücklicher ­
  Weise  einzuprägen,  daß  der  Ackerbau  vom  sittlichen
und  vom  wissenschaftlichen  Standpunkt  aus  das  erste  aller  Gewerbe ­
  ist.  Um  wieviel  stehen  die  agrikulturchemischen  Kenntnisse, ­
  nach  denen  der  rationelle  Landwirt  heute  den  Boden  bewirtschaftet, ­
  höher  als  die  Anweisung,  die  den  Industriearbeiter
lehrt,  tagaus  tagein  denselben  monotonen  Handgriff  an  seiner
Maschine  vorzunehmen  !
Die  Frauen  tragen  einen  großen  Teil  der  Schuld  an  der
Landflucht.  Das  scheinbare  Wohlleben  und  die  Mode  der  Städte
üben  einen  starken  Reiz  auf  sie  aus.  Dem  ist  durch  soliden
landwirtschaftlichen  Unterricht  für  die  weibliche  Landjugend
entgegenzuwirken,  so  daß  sie  das  Leben  auf  dem  Lande  und
die  Arbeit  in  Haus  und  Hof  schätzen  und  lieben  lerne.  Andererseits ­
  muß  aber  auch  das  Landleben  anregender  und  angenehmer ­
  gestaltet  werden.  Die  intellektuellen  und  Unterhaltungsbedürfnisse ­
  der  Landbewohner  müssen  auf  das  ausgiebigste ­
  durch  alle  hierzu  geeigneten  Mittel  befriedigt  werden.
Hier  öffnet  sich  der  genossenschaftlichen  Tätigkeit  ein  weites
Feld.
Der  vielhundertjährige,  mißtrauische  Individualismus  der
französischen  Bauern  hat  nicht  verhindert,  daß  das  Genossenschaftswesen ­
  unter  der  französischen  Landbevölkerung  kräftig
Fuß  gefaßt  hat.  Die  Verkaufsgenossenschaften  werden  das
große  Mittel  zur  Emanzipation  der  Landwirtschaft  sein,  indem
sie  Produzenten  und  Konsumenten  in  direkte  Beziehungen
setzen,  und  die  viel  zu  zahlreichen  Zwischenfaktoren  nach  und
nach  ausschalten.  Dem  beruflichen  Risiko,  das  in  der  Landwirtschaft ­
  leider  größer  ist  als  in  der  Industrie,  ist  durch
Gegenseitigkeitsgenossenschaften  beizukommen.  Nicht  zu  unterschätzen ­
  ist  die  Bedeutung  des  Baues  von  Krankenhäusern  für
Landbewohner,  die  an  Pflege  und  Komfort  alles  leisten,  was
            
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