fullscreen: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

128 
bayern und auf 14 000 Ztr. für das Inland festgesetzt worden, außerdem sollten 
3 500 Ztr. Viehsalz und 3 500 Simri Hallbözig produziert werden. Die für 
Rheinbayern bestimmte Salzmenge wurde ans Grund eines Tauschvertrags, der 
an anderer Stelle erläutert wird, zum Austausch an Bayern geliefert. Letzteres 
wieder lieferte dieselbe Salzmenge an Württemberg, wobei hauptsächlich der 
Salzbedarf des Württembergischen Donau-Kreises gedeckt wurde. Man ersparte 
sich hierdurch gegenseitig sehr erhebliche Frachtkosten. Dieser Salzaustausch sei 
tens Bayern war dahin geregelt, daß rund 27 000 Ztr. Kochsalz von dem Kgl. Bahr. 
Salzamt Memmingen an die Württembergischen Salz-Faktorien Altdors, Biberach, 
Friedrichshafen, Leutkirch, Ochsenhausen, Riedlingen, Saulgau, Waldsee und 
Wangen jährlich geliefert wurden. Aehnlich brachte die Kgl. Bahr. Salz-Faktorie 
Günzbnrg an die Württembergischen Salz-Faktorien Blaubeuren, Ehingen, Giengen, 
Laupheim, Münsingen und Ulm rund 15 000 Ztr. Kochsalz jährlich zur Ablie 
ferung. Die Anfuhr des Salzes erfolgte auf Wagen kostenfrei von Menimingen 
und Günzburg; umgekehrt entledigte sich Württemberg seiner Aufgabe durch 
Verschiffung des Salzes in Friedrichshall'). Irgendwelche staatliche Abgaben, 
wie Zoll usw., kamen bei den beiderseitigen Lieferungen nicht in Frage. Ueber 
diesen Salzaustausch Württembergs und Bayerns haben wir an anderer Stelle 
eingehend gesprochen. 
Anschließend hieran wollen wir die chemische Zusaminensetzung der Sole 
von Friedrichshall mitteilen, wobei wir den Untersuchungen Fehlings folgen. Es 
enthielten hiernach 100 Teile Sole 1 2 ): 
Chlornatrium 25,5625 mit 15,5037 Chlor 
Chlormagnium 0,0059 „ 0,0043 „ 
Schwefelsauren Kalk 0,4374 „ 0,2573 Schwefelsäure 
Schwefelsaure Bittererde 0,0221 „ 0,0147 „ 
Kohlensauren Kalk 0,0100 
Salze 26,0879 
Wasser 73,9621 
>00,0000 
Die Sole zeigt im Geschmack den Charakter einer reinen Salzlösung. Was . 
die chemische Zusammensetzung des Kochsalzes von Friedrichshall betrifft, so er 
gab sich hier folgendes Bild. Es enthielten 100 Teile Salz: 
Chlornatrium 97,482 
Schwefelsauren Kalk 0,695 mit 0,409 Schwefelsäure 
Kohlensauren Kalk 0,003 
Schwefelsaures Natron 0,030 mit 0,0172 Schwefelsäure 
Wasser ' 1,790 
100,000 
Die Farbe des Salzes ist schon weiß und löst sich dasselbe im Wasser 
klar auf. 
Im Jahre 1855 zeigten die Betriebsverhältnisse auf der Saline Friedrichs 
hall folgenden Stand. Von den vorhandenen Bohrlöchern standen Nr. 4 und 
Nr. 8 im Betrieb, wobei Wasser als Betriebskraft benutzt wurde. Ein drittes 
Bohrloch hielt man in Reserve. Die Sole, welche einen Gehalt von 27 % auf 
wies, wurde in drei großen Behältern gesammelt, die zusammen 90 000 Kubik- 
1) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg. Jahr 1830. III. außerord. Beil.- 
Heft. S. 15. 
2) Fehling. Chemische Untersuchung der Solen auf den kgl. württ. Salinen 
Stuttgart 1847. Seite 28 und 31.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.