Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

Die  „positive“  Grundlegung  der  Nationalökonomie

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z.  B.  die  Tendenz  der  Arbeiter,  ihren  Tagesverdienst  zu  erhalten,
mit  der  Tendenz  der  Arbeitgeber,  ihren  Reingewinn  pro  Tonne
zu  erhalten,  in  Konflikt  kommt,  d.  h.  wenn  die  volle  Befriedigung ­
  der  einen  dieser  beiden  Tendenzen  von  der  Nichtbefriedigung ­
  der  andern  abhängt,  so  findet  ein  Kompromiß  zwischen
beiden  statt.
C.  Entsteht  ein  Konflikt  zwischen  Tendenzen  verschiedener
Rangstufe,  so  siegt  die  Tendenz  höheren  Ranges,  einerlei,  ob
sie  Arbeitgeber-  oder  Arbeitertendenz  ist,  über  die  Tendenz
niedern  Ranges  der  andern  Partei.  Wenn  z.  B.  die  Befriedigung
der  Tendenz  der  einen  Partei,  den  bestehenden  Gewinn  zu  erhalten, ­
  von  der  Nicht-  oder  geringern  Befriedigung  der  Tendenz
der  andern  Partei,  ihre  Anstrengung  nicht  zu  erhöhen,  abhängt,
so  wird  die  erstere  Tendenz,  einerlei,  ob  sie  auf  seiten  der
Arbeitgeber  oder  auf  seiten  der  Arbeiter  sei,  über  die  zweite
Tendenz  der  andern  Partei  den  Sieg  davontragen.  Der  Arbeitgeberwiderstand ­
  gegen  Erhöhung  der  relativen  Arbeitskosten,
d.  h.  des  Lohnes  pro  Tonne  Kohlen,  ist  stark  genug,  den  Arbeitern ­
  eine  Vermehrung  ihrer  Anstrengung  oder  Tagesleistung
aufzuerlegen  ;  aber  der  Arbeiterwiderstand  gegen  eine  Lohnherabsetzung ­
  ist  stark  genug,  die  Arbeitgeber  zu  größerer  Anstrengung ­
  zu  zwingen,  oder  ihr  Streben  nach  größerm  Gewinn
zu  vereiteln.
Der  Faktor,  welcher  die  in  den  obigen  Sätzen  ausgedrückten
Vorgänge  hervorruft,  ist  das  Steigen  und  Fallen  der  Kohlenpreise. ­

Eine  bemerkenswerte  Nutzanwendung  der  Forschungsergebnisse ­
  Simiands  geht  dahin,  daß  die  Arbeiterausstände
keineswegs  die  Ursache  von  Lohnschwankungen  sind,  sondern
daß  sie  nur  eine  Form  darstellen,  in  welcher  die  oben  näher
bezeichneten  Tendenzen  im  Konfliktfalle  sich  durchzusetzen
streben.  Darum  hat  auch  der  Ausgang  eines  Ausstands  nichts
Zufälliges,  noch  Willkürliches,  sondern  er  liegt  in  der  Richtung,
welche  jene  Tendenzen,  d.  h.  die  wirklichen  Ursachen  der  Lohnschwankungen, ­
  vorbestimmen 1 ).
Simiand  hat  seine  Forschungsergebnisse  in  der  Hauptsache ­
  durch  scharfsinniges,  aber  äußerst  gewissenhaftes  und

b  Simiand,  loc.  eit.  p.  360.
            
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