Full text: Die Nationalökonomie in Frankreich

526 
Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen 
recht langwieriges Vergleichen und Gegenüberstellen reich ge 
gliederter, statistischer Zahlenmaterialien aus über 50 Jahren 
(1847—1902) gewonnen. Ergänzend zog er neben den Angaben 
der offiziellen Statistik auch Monographien, Zeitungsausschnitte 
usw. mit heran. Er schildert selbst das Verfahren, das er ein 
geschlagen hat, recht anschaulich. Zunächst galt es, schreibt 
er, die Quellen auszuwählen und zu ordnen. Aus ihnen mußte 
dann ein geordnetes Tatsachenmaterial, das geeignet war, in 
erklärender Weise verarbeitet zu werden, ausgelesen werden. 
Nach summarischer Rekognoszierung der allgemeinen Richtung 
der beobachteten Erscheinungen begann das Suchen nach Be 
ziehungen, nach Regelmäßigkeit von Beziehungen zwischen 
einer jeden Tatsache und allen denen, die für fähig gehalten 
wurden, auf sie einzuwirken. Nach vielfachem Probieren mit 
Hypothesen von Kausalbeziehungen gelang es, eine zusammen 
hängende und präzise Gesamtheit von Beziehungen zwischen 
einer Anzahl von Elementen festzustellen. Diese Gesamtheit 
bildete einen Zyklus, der sich mehrere Male in verschiedenen 
Milieus identisch wiederfand. Eine so ausgesprochene Regel 
mäßigkeit rechtfertigte ein tieferes Erforschen ihrer Ursachen. 
Zunächst wurden dazu die bereits untersuchten Tatsachen 
in kleinere, eng begrenzte Gruppen geordnet und wieder beob 
achtet. Dies führte zur Bestätigung der frühern Resultate und 
zur definitiven Aufstellung der typischen Zyklen von Erschei 
nungen. Jetzt galt es, die Ursachen aufzufinden, durch die die 
Zyklen sich erklärten. Die bisher festgestellten Beziehungen 
hatten nicht das Aussehen von rein mechanischen. Darum lag 
die Idee nahe, ihre Ursache in einem menschlichen Handeln zu 
suchen. 
Die Tatsachen bewiesen bald, daß dieses menschliche 
Handeln nicht ein willkürliches und spontanes sein konnte. 
Nunmehr stellte sich die Frage, ob ein menschliches Handeln 
vorliegen könnte, das a priori vorauszusehen sei, indem man 
von einigen allgemeinen und traditionellen volkswirtschaftlichen 
Postulaten über die Richtung des wirtschaftlichen Handelns 
ausging. Hier lautete die Antwort, daß a priori nur auf mehrere 
mögliche Handlungsweisen geschlossen werden könne, unter 
denen die tatsächlich zutreffende nur durch Beobachtung des 
wirklichen Geschehens zu erkennen sei. Die naheliegende Idee,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.