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So das Nahrungsbedürfnis durch 1. Getreide, und zwar:
a) durch Roggen, zu dessen Herstellung 20 Arbeitstage not
wendig sind, b) durch Weizen, der 30 Arbeitstage erfordert,
c) durch Erzeugnisse der Gartenkultur, die 40 Ar
beitstage brauchen; 2. Fleisch: a) der Haustiere bei
einem Arbeitsaufwand von 20 Tagen, b) der Vögel oder Küchel,
was 30 beziehungsweise 40 Tage erfordert; 3. a) Milch bei
einem Arbeitsaufwand von 10 Tagen, b) Sahne bei 40 Arbeits
tagen; 4. a) Wasser bei 0 Arbeit, b) Kwas (säuerliches Ge
tränk aus gesäuertem Schwarzbrotteig) bei 5 Arbeitstagen, c)
Met oder Bier bei 30 Tagen.
In dem angeführten Beispiele könnte die Wirtschaft, der für
die Gewinnung von Nahrungsmitteln nur 100 Arbeitstage zur
Verfügung stehen, ihre Bedürfnisse nicht durch die Produkte be
friedigen, deren Herstellung am meisten Arbeitskraft beansprucht,
da sie dann 140 Tage zur Befriedigung ihrer Nahrungsbedürfnisse
brauchen würde: 30 (Weizen -j- 40 (Küchlein) -f 40 Sahne -}- 30
(Met oder Bier). Die Wirtschaft muß also irgend eine Kombi
nation der angeführten Gegenstände wählen, um das Nahrungs
bedürfnis ihrer Mitglieder durch die Arbeit von 100 Tagen zu
befriedigen; im anderen Fall werden die übrigen Bedürfnisse
nicht voll gedeckt werden können. Im angeführten Beispiel
wird die Wirtschaft Roggenbrot statt Weizenbrot, Kwas statt
Bier usw. brauchen müssen. Folglich hängt die Bedürfnis
befriedigung von dem Stand der Produktivkräfte ab, wird also
durch objektive Verhältnisse bestimmt.
Wenn wir zwei Wirtschaften desselben Typus, aber mit ver
schiedenen Budgets vergleichen, so sehen wir, daß dieselben Be
dürfnisse in beiden Wirtschaften verschieden gedeckt werden.
Die Wirtschaft mit höherer Arbeitsproduktivität wird ihre Be
dürfnisse durch solche Produkte decken können, die mehr Arbeit
zu ihrer Erzeugung erfordern, die anderen werden sich dagegen
mit Produkten geringerer Qualität begnügen müssen.
Ein und dasselbe Produkt kann unter verschiedenen Um
ständen mit verschiedenem Arbeitsaufwand hergestellt werden
und daher eine verschiedene Rolle in der Wirtschaft spielen. So