Contents: Leben und Lehre des Buddha

Das Parinirväna. 
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schildern. Ausdrücke, wie die eben angeführten, konnten sehr wohl 
zu der Vorstellung von einem Paradiese führen, und das ist in 
der Tat im nördlichen Buddhismus geschehen. 
Buddha selbst aber hat zweifellos so sein Mrväna nicht ver 
standen. Für ihn war es das völlige Erlöschen nach dem Tode, 
das Ende der Wiedergeburten. Und auch hier wieder ist Buddha 
kein Neuerer und Entdecker gewesen. Name und Ziel finden sich 
ganz gleich nicht nur bei den Brahmanen, sondern auch bei den 
Jainas und anderen Sekten. Als philosophisches System steht der 
Buddhismus, wie schon erwähnt, nicht hoch. Er ist ganz abhängig 
vom Sämkhya-Yoga und wurzelt durchaus in rein indischem Boden. 
Wollte aber Buddha überhaupt darauf rechnen, Jünger zu finden, 
so konnte er eine philosophische Begründung nicht entbehren. Der 
Gelehrte galt in Indien von ältester Zeit an nichts, wenn er nicht 
disputieren konnte, und Buddha hat in seinem langen Leben sich 
oft mit streitlustigen Priestern aller Sekten in einen Redewettkampf 
eingelassen. Nirgendwo war es leichter, ein neues philosophisches 
System zu gründen, als in Indien. Schon geringe Abweichung 
von einem älteren, bestehenden Systeme genügte, um als Gründer 
eines neuen zu erscheinen. So war es nicht bloß in der Philo 
sophie, sondern auch in der Grammatik, Rhetorik, Medizin. Aber 
Buddha war das System nicht Selbstzweck, sondern nur Mittel 
zum Zweck, wie schon hervorgehoben (S. 50 f.). Dem Volke gegen 
über war jedes System zwecklos, und ans Volk wandte sich Buddha. 
Waren die drei ersten edlen Wahrheiten sein philosophisches Be 
kenntnis, so ist die vierte, der Weg, der zur Aufhebung des Leidens 
führt, sein religiöses. Die vierte Wahrheit umfaßt die Ethik des 
Buddhismus. Sie ist es, die tief ins tägliche Leben einschneidet, 
und in der Buddhas Größe in Hellem Lichte erscheint. Durch sie 
allein wird der Buddhismus zu einer Religion. 
Die Predigt von Benares sagt darüber: „Dies, ihr Mönche, 
ist die edle Wahrheit von dem Wege, der zur Aufhebung des Leidens 
führt. Es ist dieser edle, achtgliedrige Weg, nämlich: rechter Glaube, 
rechtes Sichentschließen, rechtes Wort, rechte Tat, rechtes Leben, 
rechtes Sichbemühen, rechtes Gedenken, rechtes Sichversenken." 
An der Spitze steht also der rechte Glaube, und das ist ja selbst-- 
verständlich. Der Lohn, den Buddha verheißt, wird nur dem Gläu 
bigen zuteil, in erster Linie dem Mönche, der sich von dieser Welt 
losgesagt hat. Aber auch der Laie soll danach streben. Die Vor 
schriften für den Laien sind natürlich wesentlich andere als für den
	        
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