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Die liberale Schule
lieber Polemik gewürzte Darlegung der klassischen Lehre in der
orthodoxen Fassung, welche ihm geläufig ist. Er stellt sie
unter der prätentiösen Aufschrift „Der gegenwärtige Stand der
Wissenschaft“ vor. Dann folgt jeweils in kleinerm Druck eine
Übersicht der Anschauungen zahlreicher Nationalökonomen der
verschiedensten Länder, welche zu dem betreffenden Gegenstand
Stellung genommen haben. Diese sind dabei weder chronologisch,
noch nach Schulen, sondern nach Nationalitäten oder
richtiger nach Sprachen geordnet. Die deutschen historischen
Nationalökonomen nimmt Block besonders aufs Korn. Dabei
ist seine immer wiederkehrende Schlußfolgerung, seit Adam
Smith seien die Fortschritte der Wissenschaft herzlich geringe
gewesen.
„Der Grundbestand der Wissenschaft ist wesentlich unverändert
geblieben," meint Block; „die meisten der alten
Dogmen haben allen Anstürmen widerstanden. Hat man z. B.
je gesehen, daß das Prinzip des kleinsten Mittels eine Ausnahme
erlitten hätte ?*) Die menschliche Natur ist seit 3—4000
Jahren unverändert geblieben. Von einer Evolution in der
Menschheitsgeschichte zu reden, ist genau so unzulässig, wie
die etwaige Änderung eines Zollsatzes eine Evolution zu
nennen 2 ). Daß aber die menschlichen Dinge dem Wechsel
unterworfen sind, hat man lange vor der historischen Nationalökonomie
gewußt“ 3 ).
Mit Rossi unterscheidet Block eine reine und eine angewandte
Volkswirtschaftslehre; Co urcell e-Seneuil und Cherbul
iez gegenüber betont er, die angewandte Nationalökonomie
habe sich nicht allein mit der wirtschaftspolitischen Gesetzgebung,
sondern auch mit allen sittlichen, politischen, geographischen
und historischen Einflüssen auf das Wirtschaftsleben,
die nicht in der Gesetzgebung zum Ausdruck kommen, zu befassen
4 ).
Sein Verhältnis zur historischen Schule präzisiert Block
wie folgt: „Möge die historische Schule immerhin in wirtschaft-0
M. Block, Les Progrès de la Science Economique, 2. Aud., 1897,
Bd. I, p. 2, 3, 288.
2 ) ibid. p. 259, 264.
3 ) ibid. p. 259 ff.
4 ) ibid. p. 9.