Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Mikroskopische Untersuchung, Roggen. Weizen. 
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Getreidearten als weitere Unterscheidungsmittel. Über die mosaikartig gefärbten 
Aleuronzellen des Roggens vergl. Tafel I am Schluß. Die erstgenannten Formelemente 
sind allerdings in den feinsten Mehlen nur in geringer Menge enthalten, können 
aber auch daraus nach der vorstehend angegebenen Aufschließung größerer Mengen 
Mehl gewonnen werden. 
1. Die Längszellen der Schale des Roggens (Fig. 491) sind perlschnur- 
oder rosenkranzartig getüpfelt, aber sie sind länger und nicht so stark getüpfelt, 
als heim Weizen (Fig. 55, S. 293). 
2. Die Querzellen (Fig. 47 und Fig. 49q) sind ebenfalls nicht so lang und 
so stark rosenkranzartig verdickt, als beim Weizen (Fig. 50 u. 65). Außerdem sind 
sie an den schmalen Enden meist stark gequollen, besonders wenn das Präparat 
längere Zeit in Wasser liegt ; die Enden sind abgerundet, weshalb zwischen ihnen oft 
nmdlich-dreieckige Zwischenräume (Interzellularräume) bleiben, die sich mit Luft 
füllen und unter dem Mikroskop schwarz aussehen. 
3. Die Haare des Roggens (Fig. 46 und Fig. 49 h) sind dünnwandig, der 
Hohlraum ist stets weiter, als die Wand dick ist; das Lumen läßt sieh meist bis 
w die Spitze des Härchens verfolgen. Eine Ausnahme hiervon machen nur die 
ganz kurzen Haare, und diese soll man nicht berücksichtigen. Nur in einzelnen 
ganz seltenen Fällen kommen auch einige längere Roggenhaare vor, die dick 
wandiger sind. 
Die Größenverhältnisse der Roggen-, Weizen- und Gerstenhaare erhellen nach 
H. Wittmack und J. Möller aus folgenden Zahlen: 
Weizen 
Roggen 
Gerste 
Länge der Haare 
120—742 
60—420 
60—160 
Durchmesser der größten Haare 
15—21 
9—17 
20—26 
i, „ „ an der Basis . . . 
28 
23 
40 
„ „ kleinsten Haare 
9—10 
8 
20 
Dicke der Wand . , 
7 
3—4 
20 
Weite des Lumens durchschnittlich .... 
1,4-4,0 
7 
8—30 
Weizen, Nacktweizen, Triticum vulgare Vill. 
Der Weizen kommt in den verschiedensten Mahlerzeugnissen und deren Ab 
fällen als verbreitetstes Nahrungs- und auch als Futtermittel zur Verwendung. 
Die Verfälschung der Wei 
zenmahlerzeugnisse mit denen 
aes Roggens ist häufiger als 
die 
von Roggen mit Weizen. 
Letztere, nämlich die Verfäl 
schung von Roggenmehl mit 
geringeren Weizenmehlsorten, en Querzellen nach J. Möller. (Vergr. soo.) 
kommt nur dann vor, wenn der ing- 
Hoggen zeitweise einen gleichen. _ Weizen 
oder etwas höheren Handelspreis besitzt, a s 01 ‘ Hnown- und Weizenmahl- 
I«e Fon..»».,, wulche 7«““\.7«SLZ Abbildungen 
erzeugnissen dienen können, mögen durch tue v 
gekennzeichnet werden. -R nP -o-ens sind schon 
Die Unterschiede dieser Formelemente von denen des Roggens 
vorstehend bei letzterem angegeben, nämlich: . ^ kürzer 
1. Die Längszellen der Schale des Weizens (Fig. 551, S. 293) 
und stärker rosenkranzartig getüpfelt, als beim Roggen. 
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