thumbs: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1444) 1874 Sept. 18 
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Infolge der Wasserwirkung ist der Kopf hier sehr irritabel; Du 
begreifst daher, daß auf die Dauer der Kugelmann mir unerträg- 
lich wurde. Aus Gemütlichkeit hatte er mir ein Zimmer zwischen 
den seinigen und Tussys gegeben, so daß ich ihn genoß, nicht nur 
; wenn ich mit ihm zusammen, sondern auch wenn ich allein war. 
Sein beständiges, in tiefer Stimme vorgetragnes ernsthaftes Blech- 
schwatzen trug ich mit Geduld; schon weniger das Hamburg-Bre- 
men-Hannoversche Philisterpack, männlich und weiblich, das 
einen nicht losließ ; endlich aber brach meine Geduld, als er mich 
o mit seinen häuslichen Szenen gar zu sehr ennuyierte., Dieser erz- 
pedantische, bürgerlich-kleinkramige Philister bildet sich nämlich 
ein, seine Frau verstehe, begreife seine faustische, in höherer 
Weltanschauung machende Natur nicht und quält das Dämchen, 
das ihm in jeder Hinsicht überlegen ist, auf das Widrigste. Es kam 
# daher zwischen uns zum Skandal; ich zog in eine höhere Etage, 
emanzipierte mich durchaus von ihm (er hatte mir ernstlich die 
Kur verdorben) und söhnten uns erst vor seiner Abreise (die letz- 
ten Sonntag erfolgte) wieder aus. Ich erklärte aber positiv. daß 
ich Hannover nicht heimsuchen würde. 
Ein ganz angenehmer Umgang war Simon Deutsch (derselbe, 
mit dem ich den Krakeel in Paris hatte und der mich hier sofort 
aufsuchte) ; auch gruppierte sich bald die Hälfte der hiesigen 
medizinischen Fakultät um mich und Tochter; lauter für meinen 
hiesigen Zweck, wo man wenig denken und viel lachen muß, sehr 
»% passende Leute. Auch Maler Knille aus Berlin sehr liebenswürdi- 
ger Geselle. ; 
Über mein Abenteuer mit dem Hans Heiling Kugelmann man- 
°hes Ergötzliche in London. 
Je mehr man Details „aus dem Österreichischen“ hört, je mehr 
vo überzeugt man sich, daß es mit diesem Staat zu Ende geht. 
Ich habe bis jetzt um 4 Pfund (Zollgewicht) abgenommen und 
kann selbst mit der Hand fühlen, daß die Leberverfettung im sta- 
tus evanescens ist. Ich glaube, daß ich in Karlsbad endlich meinen 
Zweck erreicht habe, wenigstens für ein Jahr. Es wäre mir sehr 
% lieb, ein paar Zeilen von Dir in Hamburg bei Meißner vorzufinden. 
Mit besten Grüßen von Tussy und mir an Madame Lizzy und 
Pumps. 
MM 
Dein Mohr. 
Ich war nach Ischl eingeladen (von Dr. Kraus, Herausgeber 
vo der „Wiener Medizinischen Zeitung“) und nach Prag von Herrn 
Oppenheim (Bruder der Frau Kugelmann, sehr liebenswürdiger 
Mensch), aber der Mensch strebt auf einem gewissen Punkt heim- 
wärts.
	        
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